Aus Zeitgründen musste ich diesen Blog im Oktober 2014 einstellen. Aber ich bin schon seit einigen Jahren Schriftführerin für KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT. Ich schreibe dort weiterhin und betreue die Homepage.
Ich bitte daher alle, die am Thema "Bewusster Konsum" interessiert sind, auf die Seite www.consolnow.org zu gehen. Dort gibt es eine riesige Fülle von Information zu den Themen bewusster Konsum, Nachhaltigkeit, ressourcenschonender Verbrauch, biologische Lebensmittel, kleine Einheiten, Saisonalität, Regionalität, kurze Transportwege, sozialer und gerechter Konsum, fair einkaufen und vieles mehr.
Einkaufstipps sind in unserem "Regionalen Konsumkodex" zusammengefasst, der stets aktuell gehalten wird. Sollten Unstimmigkeiten bemerkt werden oder hat wer zusätzliche Tipps, meldet euch bitte bei uns unter info@consolnow.org . Auch andere Anregungen sind herzlich willkommen.
Aktuelle Veranstaltungstipps zum bewussten Konsum sind ebenfalls auf unserer Homepage zu finden.
Über einen Besuch aus unserer Homepage www.consolnow.org freuen wir uns sehr!!!
Bis bald,
Silke
Eine Sammlung von Gedanken, Ideen und Inspirationen rund um das Thema "Bewusstes Konsumieren".
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Mittwoch, 13. März 2019
Sonntag, 28. September 2014
Rückblick - 7. Forum "KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT" - 26.9.2014 im Freihof in Sulz
Am Freitag, den 26. September 2014 durften wir wieder
zahlreiche interessierte Konsumentinnen und Konsumenten im Freihof in Sulz
begrüßen. Es erwarteten uns spannende Präsentationen von engagierten und
motivierten Menschen, die mit viel Elan und Zielstrebigkeit nachhaltige Ideen
verwirklichen.
Hubert eröffnete den Abend mit einem kurzen Streifzug durch die Schlagzeilen, die in den letzten Wochen zum Thema „Klimawandel“ in den
österreichischen Medien kursierten. Alarmierendes gab es da zu lesen: Von der
Konzentration der Treibhausgase, die laut UNO-Angaben einen neuen Höchststand
erreicht hat, bis zur Präsentation des ersten österreichischen Klimaberichts,
der düstere Prognosen (unter anderem Zunahme von Wetterextremen wie
Hitzetage und Überschwemmungen) für die Zukunft bereit hält. Parallel dazu erwähnte Hubert die
Nachricht vom größten Börsengang aller Zeiten durch Alibaba, einen chinesischen
Onlinehändler. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Alibaba seine Expansion
weiter vorantreiben. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Gier nach Profit und
der Traum vom endlosen Wachstum schier keine Grenzen mehr zu scheinen kennt.
All diese Nachrichten machen bewusst, dass dringender
Handlungsbedarf besteht. Sich ein gutes Netz an Beziehungen aufzubauen, die
lokale Wirtschaft zu unterstützen und vorzugsweise in der Region einzukaufen,
sich mit anderen Menschen zu solidarisieren und zu verbünden, sind für mich immens
wichtige Strategien, um mit all dem Wahnsinn, der da tagtäglich über uns
hereinbricht, umzugehen.
Es gibt immer wieder Menschen, die einem zeigen, wie
Veränderung möglich ist und aussehen kann. Drei Initiativen, die in diese
Richtung arbeiten, durften wir gestern wieder kennenlernen.
Den Anfang machte Harry, der uns das Repair-Café Nenzing
vorstellte. Das Reparaturcafé ist ein Projekt der Arbeitsgruppe "Bewahrung der
Schöpfung" aus Nenzing. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, umweltschädliche und ressourcenvergeudende
Verhaltensweisen bewusst zu machen und Möglichkeiten zur
Veränderung und zum Umdenken aufzuzeigen.
Als die tolle Initiative „Bewahrung der Schöpfung“ im Vorjahr den mit
EUR 3.000,-- dotierten Hypo-Umwelt-Förderpreis erhielt, bedeutete dies zugleich auch den Startschuss für die Gründung des Reparaturcafés in Nenzing. Nachdem nach
etlichen Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung im Februar 2014 ein Raum
gefunden werden konnte, war die größte Hürde genommen. Geschäftig und motiviert
nahmen Harry und seine Mitstreiter die Einrichtung der Räumlichkeiten in
Angriff. Am 7. Juni 2014 öffnete dann
das Repair-Café offiziell seine Pforten! Egal, ob es sich um
Fahrradreparaturen, Kleinhaushaltsgeräte (Mixer, Staubsauger, Toaster, etc.),
Kleinmöbel oder Spielsachen handelt, die Mitarbeiter vom Repair-Café Nenzing
nehmen sich beherzt der Sache an! Wichtig zu erwähnen ist noch, dass es sich um Hilfe
zur Selbsthilfe handelt. Menschen werden motiviert,
selbst Hand anzulegen und gemeinsam mit den Reparaturfachleuten kann somit –
nicht alles, aber das Meiste - wieder instandgesetzt und repariert werden.
Finanziert wird das Repair-Café durch freiwillige Spenden. In die freudigen Gesichter der Besitzer der
wieder funktionierenden Geräte zu blicken, ist für Harry und seine Kollegen die
größte Motivation und schönste Freude! Mehr Infos zum Repair-Cafe gibt es unter
der Internetseite http://wiki.imwalgau.at/wiki/Repair_Caf%C3%A9_im_Walgau
zu finden. Dort finden sich auch die Termine für die kommenden Repair-Cafés.
Anschließend an
Harrys Präsentation stellten Mag. Brigitte Achatz und Dr. Christine Bertl-Anker
ihre Buchhandlung "Die Quelle" vor. Ursprünglich vom Werk der Frohbotschaft in
Batschuns vor 35 Jahren gegründet, hat es sich die Buchhandlung zur Aufgabe
gemacht, ein reichhaltiges Sortiment an religiösen Büchern und Karten
anzubieten. Mittlerweile hat sich die Produktpalette wesentlich erweitert,
sowohl Kinder- und Jugendbücher, als auch unterhaltende Literatur,
Devotionalien und Kerzen werden in der kleinen Buchhandlung in Feldkirch
angeboten. 3x im Jahr organisiert die Buchhandlung eine Bücherschau, bei der
empfehlenswerte Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden. Zusätzlich
schreiben die rührigen Frauen von der Buchhandlung „Die Quelle“ immer wieder
Rezensionen, die dann in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht werden.
Auch Büchertische werden für ausgesuchte
Veranstaltungen organisiert. So war „Die Quelle“ z.B. auch beim letzten
Ethikforum mit einem Stand vertreten. Wichtig ist Brigitte, Christine, sowie
ihren Mitarbeiterinnen aber der persönliche Kontakt zu den Kunden. Durch anregende
Gespräche findet eine tolle, Freude bringende Form der Weiterentwicklung statt,
von der alle profitieren.
Als dritte Initiative stellten Helgard und Stefan Dilsky aus
Hohenweiler ihre Firma „Himmelschlüssel“ vor. Angefangen hat alles mit der
Krankheit des Sohnes von Helgard und Stefan, der bis zu seinem dritten
Lebensjahr stark an Neurodermitis litt. Durch homöopathische Mittel vom
Hausarzt konnte die Neurodermitis zwar stabilisiert, aber nicht behoben werden.
Mit viel Eigeninitiative und Engagement haben es sich Stefan und Helgard zur
Aufgabe gemacht, ihrem Sohn zur Heilung zu verhelfen. Und sie waren erfolgreich! Sohn
David ist seit seinem 4. Lebensjahr gesund und absolut beschwerdefrei. Begeistert
von diesen Erfolgen, inzwischen mit einem enormen Wissen ausgestattet,
beschlossen die beiden, sich mit einem kleinen Geschäft selbständig zu machen, um so die
Produkte, die ihrem Sohn so sehr geholfen haben, auch anderen Menschen
zugänglich zu machen. Das
Sortiment umfasst Heimtextilien, wie Matratzen und Decken, Bekleidung, wie
Socken und Leinenbekleidung, aber auch Basics, wie Unterwäsche. Auch
Hygieneartikel und Reinigungsprodukte werden vertrieben. Wichtig ist Stefan und
Helgard auch, dass die Produkte aus der Nähe kommen und somit die Transportwege
möglichst kurz gehalten werden. Die gesundheitliche und persönliche Beratung
und Betreuung steht im Vordergrund. Die Firma ist in 6914 Hohenweiler,
Leutenhofen 40A zu finden. Derzeit hat sie noch keine Internetpräsenz, was das
Ganze aber auch sympathisch macht. Besonders gute Firmen können genausogut
auch ohne Webshop auskommen!
Anschließend an diese drei tollen Präsentationen erhielten alle
Forumsteilnehmer wieder die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch
zu kommen. Neben den vorgestellten Initiativen waren auch die „Gardener“
vertreten. Gernot Jochum vom Bereich Finanzen bot interessante Einblicke in die
Finanzwelten, Andrea Breuss-Buchacher stand als Ansprechpartnerin für den
Bereich Kosmetik zur Verfügung, auch Karl Heinzle vom Energiebereich war an
diesem Abend anwesend und beantwortete Fragen
zum Thema Energie. Barbara, die für Brot und Getreide zuständig ist, betreute
gleichzeitig auch noch unseren Vereinsstand. Harry und ich waren am
Elektroniktisch vertreten. Die Themen Datenschutz und Fairphone waren dort relevante
Themen.
Mit einem Ausblick auf kommende Veranstaltungen wurde der
Abend gemeinsam beschlossen. Herzlichen Dank an alle, die teilgenommen haben und diese Veranstaltung wieder zu etwas ganz Besonderem haben werden lassen!
Sonntag, 24. August 2014
Vorschau auf den Herbst und Literaturtipps
So, gefühlsmäßig ist der Sommer für mich nun vorbei (für
viele war er aufgrund der Wetterkapriolen gar nie da). Es beginnen die
Vorbereitungen für die Herbstveranstaltungen unseres Vereins
„Konsumentensolidarität – JETZT“. Da wird einiges los sein. Vor allem die Woche
vom 8.9. – 14.9.2014 ist mit Veranstaltungen gespickt. Am 11. September 2014 findet
eine Exkursion zur Firma Uni Sapon statt (siehe http://www.bewusster-konsum.blogspot.co.at/2014/06/bericht-vom-6-forum-konsumentensolidari.html
- um mehr über Uni Sapon zu erfahren), für den
12. September 2014 organisiert Hubert einen Ausflug mit Führung zum
„Biobauernhof“ von Armin Rauch in Dünserberg und am 14. September 2014 sind wir auf dem
Biofest in Bregenz vertreten. Die Termine mit Infos und Anmeldemöglichkeiten findet ihr unter http://consolnow.org/aktuelles/.
Ich bin am 14.9. dabei beim Biofest und würde mich über euren Besuch freuen!!! Wenn jemand Lust hat, mitzuhelfen,
ist das noch besser!!! Bitte meldet euch dann einfach bei mir unter whizzy1@gmx.at oder bei Hubert unter hubert.feurstein@consolnow.org
.
Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich euch bestimmt berichten,
wie der Tag gelaufen ist.
Zwei interessante Bücher habe ich in den letzten Wochen noch
gelesen. Zum einen war das „Was kostet die Welt“ von Raj Patel und zum anderen
„Grüne Lügen“ von Friedrich Schmidt-Bleek. Das Buch von Raj Patel widmete sich
der Frage, wie denn heutzutage die Preise für ein Wirtschaftsgut festgelegt
werden, und es kritisierte sehr stark den unstillbaren Hunger nach Profit,
sowie das System der freien Marktwirtschaft.
Aufgerüttelt hat mich das Zitat:
„Die Regierungen machten die Exzesse der Finanzwelt erst möglich,
indem sie versprachen, im Notfall die Scherben zusammenzukehren. Und sie
hielten Wort. Als das System unter den Wetten der Banker zusammenbrach, blieben
die Einnahmen aus riskanten Geschäften unangetastet. Die Profite wurden
privatisiert, die Risiken dagegen verstaatlicht. Der Reichtum der Banker kam
dem Rest der Welt teuer zu stehen, und trotzdem feierten die besten Hedgefonds
–Manager 2009 das drittbeste Jahr aller Zeiten“.
Dieses System, dass Regierungen notfalls die Scherben
zusammenkehren, gilt meines Erachtens genauso für Österreich. Man denke nur an
die Hypo-Alpe-Adria Misere. Die, die uns das alles eingebrockt haben, kommen
unbeschadet davon, während die Kosten auf die Steuerzahler umgewälzt werden.
Die Bevölkerung zahlt für die Sünden der Banker.
Oder das Beispiel McDonalds (ebenfalls aus dem Buch von Raj Patel entnommen):
„Wenn McDonalds den Ausstoß
schädlicher Gase wie CO2 verursachen kann, ohne dafür zu bezahlen, dann sind
offensichtlich die Kosten, die der Gesellschaft insgesamt entstehen, nicht
gedeckt. Einer Schätzung zufolge verschlingt die Produktion der 550 Mio.
BigMacs, die in den USA pro Jahr verkauft werden, 297 Mio. Dollar an
Energiekosten, was etwa 1 Mio. Tonnen CO2 entspricht. Dazu müsste man noch die
Folgen für die Umwelt, wie Wasserverbrauch und Bodendegradation rechnen, sowie die
versteckten Kosten für die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten, wie
Diabetes und Herzerkrankungen. Keiner dieser Posten taucht auf Ihrer Rechnung
auf, wenn Sie einen BigMac kaufen, und doch muss sie irgendjemand bezahlen. Sie
werden eben nicht vom McDonalds-Konzern getragen, sondern von der Gesellschaft
insgesamt, denn für die Kosten von Umweltkatastrophen, verstärkten
Wanderungsbewegungen im Zuge des Klimawandels und der Behandlung
ernährungsbedingter Krankheiten kommen wir letztlich auf“, schreibt Raj Patel.
Und so läuft es überall. Die Global Player verwüsten unsere
Umwelt, plündern unsere Ressourcen aus, verbauen unsere Zukunft und die Zukunft
unserer Kinder und müssen dafür aber nicht geradestehen. Mitunter zahlen sie
auch kaum Steuern. Ich weiß, ich wettere immer wieder über die "bösen" Konzerne. Ich gebe zu, ich betreibe vereinfachte Schwarz-Weiß-Malerei. Vermutlich kann man nicht alle in einen Topf werfen und es gibt sicherlich bei den Großkonzernen auch solche, die sich für Sozialprojekte und den Umweltschutz einsetzen. Dies begrüße ich sehr. Und doch geht es letztendlich doch allen darum, möglichst viel Profit zu erzielen. Je größer und globaler ein Konzern ist, desto mehr Geld hat er angehäuft und desto mehr ist er meiner Meinung nach vom Gedanken besessen, die Gewinne noch stärker zu erhöhen. So funktioniert nun einmal die freie Marktwirtschaft. "Das Charatkeristische an heutigen Märkten ist, dass der Austausch nicht auf Bedürfnissen beruht, sondern auf Profit abzielt" (Raj Patel). Somit sind die multinationalen Großkonzerne (und ich meine die wirklich Großen wie Nestlé, Monsanto, Kraft, Coca Cola etc. - um mal nur die Nahrungsmittelkonzerne zu nennen) für mich auch diejenigen, die die größte Geldanhäufungsmaschinerie darstellen und dies mit unlauteren Mitteln wie Ausbeutung, Kontrolle, Macht, Menschenrechtsverletzungen etc. erreichen.
Das alles stinkt doch zum Himmel und doch regt sich kaum
jemand auf. In eine ähnliche Kerbe wie Raj Patel schlägt Friedrich Schmidt-Bleek in seinem
Buch „Grüne Lügen“. Auch er appelliert für eine Besteuerung der externen
Kosten, sprich, es sollte eine Ressourcensteuer eingeführt werden. Je seltener
der Rohstoff, je höher die Kosten für deren Beschaffung, je größer der
Energieverbrauch, desto höher sollte die Steuerlast sein. Im Gegenzug sollte
die Arbeitsleistung sehr stark von Steuern entlastet werden. Menschliche
Leistung sollte billiger werden, dafür sollte der Verbrauch von Ressourcen viel
teurer werden.
Mir gefällt die Idee, nur, wie ist das in der Praxis
umsetzbar? Wird das nicht furchtbar kompliziert? Hat dann nicht jedes Gut einen
eigenen Steuersatz? Wird es dann ähnlich undurchsichtig und kompliziert wie mit
den Zöllen? Die jeweils korrekte Zuordnung eines Produktes zur richtigen
Zolltarifnummer bereitet mir schon im täglichen Arbeitsleben Kopfweh.
Und doch muss sich schnellstens etwas ändern, Kosten für
Umweltverschmutzung, die Folgen des Klimawandels, Kosten für Ausbeutung müssen
unbedingt von den Verursachern – im großen Stil sind das die multinationalen
Konzerne – getragen werden!!! Ausbeutung und Zerstörung dürfen sich auch
finanziell nicht mehr lohnen!!!
Wir brauchen
unbedingt Politiker, die wieder für das Volk arbeiten und nicht den Konzernen
in den Allerwertesten kriechen! Wir brauchen Politiker mit Rückgrat, die
zusammenhalten, die sich nicht bestechen lassen und hinter denen wir stehen
können!!! Und wir sollten versuchen, beim Kauf unserer Produkte auf regionale
Quellen auszuweichen, die großen Konzerne zu umgehen, so gut es eben geht. Jeder
von uns hat ein kleines bisschen Spielraum, etwas zu verändern. Veränderung
beginnt im Kleinen. Tun wir uns aber zusammen, werden wir irgendwann stärker
und leiten einen Kurswechsel ein! Ein jeder kann einen Beitrag leisten! Es
braucht nur ein wenig guter Wille und Freude am Ausprobieren!
Samstag, 14. Juni 2014
Bericht vom 6. Forum "Konsumentensolidarität Jetzt" am 13. Juni 2014
Am 13. Juni 2014 konnten wir wieder viele interessierte und
engagierte Gäste bei unserem 6. Forum „Konsumentensolidarität Jetzt“ im Freihof
in Sulz begrüßen. Mich freut es besonders, dass es immer wieder zu zahlreichen
angeregten Diskussionen und einem regen Austausch von Informationen zwischen
allen Beteiligten kommt. Das zeigt mir, dass sich die Menschen bei unseren
Veranstaltungen wohlfühlen. Sie sprechen lebhaft miteinander und gehen am Ende
des Abends mit neuen Erkenntnissen und einem geschärften Bewusstsein für
Umweltthemen heim. Diese Dynamik an solchen Abenden und die herzliche
Atmosphäre faszinieren mich immer wieder.
Lasst mich euch berichten, was der gestrige Abend alles zu
bieten hatte:
Nach einer kurzen Einführung durch Hubert standen drei sehr
interessante Vorträge auf dem Programm. Den Anfang machte Anton Walser von der Metzgerei Walser/Meiningen. Er
schilderte zu Beginn seines Vortrags die Entstehungsgeschichte seiner
Metzgerei. Die Metzgerei Walser führt eine hauseigene Schlachtung durch, was
soviel bedeutet, wie: Die Tiere werden von regionalen Bauern immer montags
lebend angeliefert und dann vor Ort – ohne unnötigen Stress für die Tiere –
geschlachtet. Bei Walser wird der Direktkontakt zu den Bauern großgeschrieben
und Tiere, die nicht anständig gehalten wurden, werden nicht angenommen. Somit
wird auch ein Stück weit Erziehungsarbeit bei den Bauern geleistet. Anton
Walser scheute auch nicht davor zurück, uns den Schlachtungsprozess zu
schildern. Meines Erachtens ist es wichtig, darüber zu reden und ein
Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Fleisch nun einmal von vormals lebenden
Tieren stammt und diese zuerst getötet werden müssen, damit wir die besten
Stücke davon verzehren können. Der Rest wird unter anderem zu Wurst
verarbeitet. Die Namen der Bauern, welche die Tiere liefern, werden pro Woche
auf der Internetseite der Metzgerei Walser veröffentlicht. Sie stammen alle aus
Vorarlberg. Dies sorgt für Transparenz, Ehrlichkeit und einen
verantwortungsbewussten Umgang mit diesem sensiblen Thema. Das verarbeitete
Fleisch wird in den Läden der Metzgerei Walser verkauft, 98% der Ware stammt
aus Vorarlberg, nur die restlichen 2% stammen zur Abdeckung für Spitzenzeiten
aus Zukäufen von anderen Bundesländern (Oberösterreich).
Als zweiten Vortrag lauschten wir gebannt den Schilderungen
von Marion Reichart, Geschäftsführerin der Firma Uni Sapon. Bei Uni Sapon handelt es
sich um ein Familienunternehmen, welches seit 1984 auf dem Gebiet der
Entwicklung und Erzeugung umweltschonender Reinigungsmittel tätig ist. Auch
Marion schilderte die Entstehungsgeschichte ihres Unternehmens und berichtete
anschaulich von der Pionierarbeit, die ihr Vater, Franz Reichart, im Keller des
Einfamilienhauses auf diesem Gebiet leistete. Er entwickelte bereits 1980 eine
Schmierseife aus reinen Naturstoffen und fuhr anfangs von Haus zu Haus, um sein
Produkt unter die Menschen zu bringen und zu verkaufen. Später folgten
weitere Produkte, welche jetzt unter dem Namen „Uni Sapon“ an zahlreichen Orten
erhältlich sind. Uni Sapon unterhält ein „gestrafftes Produktsortiment“, was
bedeutet, dass es nur 4 Reinigungsmittel als Konzentrat gibt, welche in
Kombination mit nur wenigen Zusatzstoffen vom Kunden selber zu dem
entsprechenden Produkt gemischt werden. Die Anleitungen dafür gibt es auf den
Sprühflaschen zu finden, die ebenfalls von Uni Sapon verkauft werden. Weiters
verfolgt die Firma ein „Null-Müll-Konzept“. Es wird nur 1x vom Kunden ein
Fläschchen mit dem Konzentrat erworben. Es gibt in Vorarlberg zahlreiche
Nachfüllstationen, bei denen der Kunde das Konzentrat nachfüllen kann, sobald
die Flasche leer ist – ohne dass er damit einen neuen Behälter kaufen müsste.
Die Firmen, die als Abfüllstationen dienen, erhalten die Konzentrate in
Kanistern, welche ebenfalls an Uni Sapon zurückgegeben und wiederverwendet
werden. Ich bin von solchen Konzepten begeistert und hoffe, dass diese auch in
anderen Bereichen Schule machen.
Als dritte Vortragende konnten wir Isolde Adamek und Evi
Kettner von der neu gegründeten Firma Windlkind gewinnen. Wer Isolde kennt, weiß bereits: bei diesen Vorträgen gibt es immer
viel zu schmunzeln! Sie ist eine Frau, die sich mit Leib und Seele für die
Rettung unseres Planeten und den Schutz unserer Umwelt einsetzt! In ihrem
neuesten Projekt überzeugt sie – zusammen mit Evi – Menschen davon, anstatt auf
Einwegwindeln auf Stoffwindeln zu setzen. Diese sind immer zur Hand und man
erspart sich den regelmäßigen Gang zum Supermarkt, um sich wieder mit Windeln
einzudecken. Für Isolde und Evi gehören Stoffwindeln sehr wesentlich zur
Beziehungspflege mit dem Kind. Es handelt sich um ein Zeitgeschenk und schult
die Achtsamkeit im Umgang mit dem Baby. Wenn man bedenkt, dass
Plastikwindeln-Hersteller damit werben, dass ihre Windeln 12 Stunden trocken
halten, heißt dies im Umkehrschluss, dass diese Kinder mitunter auch 12 Stunden
lang nicht mehr gewickelt werden und dies zu Berührungsarmut führt.
Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, die behutsam mit Stoffwindeln
gewickelt werden, viel Berührung und Achtsamkeit erfahren, mehr zur Ruhe kommen
und eine bessere Grundstabilität entwickeln, die für die weitere Entwicklung
immens wichtig ist. Dazu kommt der Umweltgedanke – eine Wegwerfwindel benötigt
200 – 500 Jahre zum Verrotten, ein einziges Wickelkind produziert über eine
Tonne Windelmüll. Plastikwindeln gelten als eines der größten Umweltprobleme im
Bereich des Hausmülls (entnommen von www.windklkind.at).
Isolde erzählt mit einem Augenzwinkern, dass das Waschen, Aufhängen und Falten
der Windeln nur ca. 20 Minuten täglich benötigt und eine Art Meditation sei,
ähnlich wie Qigong. Zum Schluss gab es dann noch einen Appell an alle Männer:
Stoffwindeln aufhängen sei sexy und mache den Frauen Appetit auf mehr …
hmm, ich kann mir gut vorstellen, dass da etwas dran ist :-).
Im Anschluss an diese höchst interessante und lebendige
Vortragsrunde gab es die Gelegenheit, sowohl mit den Vortragenden, als auch mit
weiteren Firmen (Martinshof/Weltladen) und auch mit den Gardenern/Gärtnern in
Kontakt zu treten. Bei den Gardenern handelt es sich um Teams, die jeweils
einen Konsumbereich betreuen und ein spezielles Augenmerk auf diesen Bereich
legen. So waren Eugen Galehr vom Bereich „Verkehr“, Hanni Lins vom Bereich
„Gemüse“, sowie Harry und ich für den „Elektronikbereich“ anwesend, während
Barbara unseren Vereinstisch mit dem Infomaterial betreute. Es folgte ein reger
und lebhafter Informationsaustausch zwischen allen Anwesenden.
Und – zu guter Letzt – durften alle Vereinsmitglieder die
schicken Vereinstaschen von consolnow in Empfang nehmen. Die Taschen wurden von Isolde und ihren Kolleginnen von Sörecycling für unseren Verein
entworfen, genäht und bedruckt. Aus alten Jeans gefertigt sind praktische,
wunderbare und freche Unikate entstanden, die definitiv als Hingucker dienen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Isolde und ihren Näherinnen für die tollen
Kreationen!
Mit einem kurzen Rückblick auf die vergangenen
Vereinsveranstaltungen seit dem letzten Forum und einem Ausblick auf kommende
Termine wurde der offizielle Teil des Abends beschlossen. Gemeinsam ließen wir
den Abend in fröhlicher Atmosphäre ausklingen.
Sonntag, 16. März 2014
Regionalwährungen
Wie im letzten Eintrag angekündigt möchte ich mich diese
Woche dem Thema Regionalwährungen widmen.
Finanzen sind ein schwieriges Kapitel, weil es meines
Erachtens eher schwierig ist, die ganzen Zusammenhänge wirklich gut zu
verstehen. Ich jedenfalls tue mir schwer damit. Ich versuche zu kapieren:
Wir zahlen hier mit Euroscheinen. Diese Scheine haben einen
bestimmten Wert und im Gegenzug dieser Scheine erhalten wir eine Leistung oder
eine Ware. Geld ist also eine Art Tauschmittel. Aber nicht immer gibt es einen
Papierschein, den man im Gegenzug für eine Leistung oder Ware weitergibt. Sehr
oft sind es nur Zahlen, die die Konten wechseln. Das heißt, wir zahlen einen
Betrag über die Bank an eine andere Person, Firma oder Institution und es wird
ein bestimmter Betrag von unserem Bankkonto abgebucht, während dem Empfänger
derselbe Betrag gutgeschrieben wird. Da ist kein Papier mehr im Umlauf. So weit
so gut.
Jetzt aber gibt es noch die Zinsen. Haben wir ein Guthaben
auf unserem Bankkonto, erhalten wir als „Belohnung“ Zinsen auf diesen Betrag. Sind
wir mit unserem Bankkonto im Minus, müssen wir „zur Strafe“ dafür zusätzlich
Zinsen bezahlen. Ich habe keine Ahnung, wer sich dieses System ausgedacht hat. Über kurz oder lang ist dieses Zinssystem ungerecht und
fördert nur den Wettbewerb. Es hat dazu geführt, dass Menschen, die früher
einander einfach geholfen haben, jetzt plötzlich hauptsächlich auf ihren
eigenen Vorteil achten. Denn das Geld, das man anhäuft, muss man vorher
irgendwem abknöpfen, der dann mitunter auf der Strecke bleibt.
Man schaut darauf, dass sich das Geld vermehrt, damit man so
viel wie möglich von diesen Zinsen auf dem Bankkonto gutgeschrieben bekommt und
damit reicher wird! Wenn sich Geld vermehrt, ohne dass man etwas dafür leisten
muss, ist das sehr bequem. Man braucht einfach einiges davon anzuhäufen, es
langfristig bei der Bank zu veranlagen und wird mit einem höheren Zinsenbetrag
belohnt. Jetzt bleibt aber dieses veranlagte Geld nicht brav in bar auf dem
Konto liegen, nein, im Gegenteil, die Banken verwenden es derweil für anderes.
Sie verleihen es weiter, spekulieren damit an Börsen, spielen damit wie im
Casino und wenn es dumm läuft, ist das Geld anschließend weg bzw. nichts mehr
wert. Wir müssen bei diesem Irrsinn mitspielen, ob wir wollen oder nicht.
Wie gesagt, für mich ist
dieses System über kurz oder lang zu kompliziert geworden und zu ungerecht. Wir
haben absolut keine Kontrolle mehr über dieses System. Wir wissen nicht, was mit unserem erarbeiteten Geld gemacht wird, ob damit Kriege angezettelt werden, Menschen ausgebeutet werden, wir können es nicht kontrollieren. Es ist möglich, dass wir
ein Leben lang brav arbeiten und das Geld zusammensparen, zur Bank bringen und
irgendwann ist es plötzlich weg bzw. einfach nichts mehr wert. Dumm gelaufen.
Um zumindest derzeit noch im kleineren Stil aus diesen
ganzen Systemen ein Stück weit auszusteigen, wurden die Regionalwährungen
geschaffen. Die Regionalwährungen sind nur in einer bestimmten, viel kleineren,
Region gültig und halten so die Kaufkraft in dieser Region, was wieder der
Wirtschaft im Land zugute kommt.
In Vorarlberg gibt es hier einmal die „Talentewährung“. Das
Talentesystem basiert auf einem Tauschsystem, es wird quasi in Zeit bezahlt.
Menschen, Vereine, Betriebe können sich registrieren und diverse Leistungen
anbieten. Der Gegenwert wird in Talenten angegeben. 100 Talente entsprechen
einer Stunde Arbeitszeit. Wenn also eine Person etwas für eine andere macht und
dafür 1 Stunde Arbeit hat, werden auf dem Talentekonto jener Person, die eine Leistung
erbringt, 100 Talente gutgeschrieben. Mit diesen 100 Talenten kann diese Person wiederum
jemanden bitten, etwas für sie zu erledigen. Und so fließen die Talente weiter.
Zinsen gibt es bei diesem System Gott sei Dank keine.
Die Menschen, die hier mitmachen und ihre Leistungen
anbieten, machen ihre Sachen gerne. Sie bieten wieder Leistungen an, die ihnen
Freude machen und weil sie damit anderen Personen etwas Gutes tun können. Bei
Talente Vorarlberg sind über 700 Konten angemeldet, hinter denen - laut Webseite – 1800 Personen stehen. 10000 Geschäfte werden pro Jahr abgewickelt,
dies entspricht 27 Geschäftsvorgängen pro Tag. Hier sind auch diese Menschen
gefragt, die vielleicht im wettbewerbsorientierten Wirtschaftsleben nicht
gefragt sind oder - aus welchen Gründen immer -nicht mithalten können. Wer sich
näher für die Talentewährung interessiert, der schaue bitte mal auf www.talente.cc
vorbei. Hier gibt es alle wichtigen Infos inklusive der Gelegenheit,
mitzumachen und sich zu registrieren.
Zum anderen gibt es auch eine Parallelwährung zum Euro – und
zwar den VTaler.
Auch beim VTaler gibt es keine Zinsen! Er beruht auf einem
Gutscheinsystem. Zum Unterschied zu den lokalen Einkaufsgutscheinen (z.B.
Am-Kumma-Gutscheine), sind die VTaler-Gutscheine im ganzen Land gültig. Sie
sind eine zirkulierende Währung. Das bedeutet, die Gutscheine werden nach der
Annahme nicht entwertet, sondern können - wie eben auch herkömmliche Geldscheine
– wieder ausgegeben werden, um eben neue Produkte einzukaufen. Um VTaler zu
bekommen, muss ein monatliches Abo bestellt werden. Es gibt Abos um EUR 50,--,
EUR 100,--, EUR 150,--, EUR 200 und EUR 300,-- monatlich. Als Anreiz zum
Einkauf mit VTalern gibt es bei jeder Bestellung einen 3%igen Rabatt auf die
monatliche Abosumme. Bestellt werden können die VTaler bei der Allmenda, unter http://www.gmacht.at/category/shops/gutscheine/
bzw. im Abo unter https://tavo.cyclos-srv.net/tavo/do/doPublicCreateMember?groupId=76
. Zwischenzeitlich beteiligen sich in
Vorarlberg rund 150 Firmen an diesem System. Wollen die Betriebe die VTaler in
Euro zurücktauschen, müssen sie dafür eine Gebühr bezahlen. Aus diesem Grund
kaufen die Unternehmen, die bei diesem System mitmachen, verstärkt auch wieder
in der Region ein, in dem sie die VTaler wieder ausgeben. So steigt der Wert
der VTaler, die regelmäßig zirkulieren, immer weiter an. Unter http://www.allmenda.com/vtaler können
die Betriebe abgerufen werden, die teilnehmen.
Durch diese Systeme bleibt das Geld bei den „Kleinen“ und
landet nicht bei den „Großen“ (Konzerne, Banken).
Ich hoffe, dass mit der Zeit
immer mehr Menschen und Betriebe auf diesen Zug aufspringen und diese Idee
unterstützen. So kann sie wachsen und wir können uns ein Stück weit
unabhängiger machen und zumindest einen kleinen Bereich schützen vor
Finanzkrisen und Bankencrashs. Ein Stück weit aus dem Wahnsinn aussteigen, ich
finde, das macht Sinn!
Montag, 10. März 2014
5. Forum von KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT
Meine Gedanken und Eindrücke zu dieser gelungenen Veranstaltung findet ihr hier:
Bericht
vom
FORUM
KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT
am 7. März
2014 um 18 Uhr im Sunnahof in Tufers – Göfis
von Silke Giesinger
Hubert eröffnete das 5. Forum und begrüßte
die zahlreichen Teilnehmer. Anschließend gab es ein informatives, kurzweiliges
und spannendes Impulsreferat zum Thema „REGIONALWÄHRUNGEN – ein Beitrag für
eine gerechte Wirtschaft” zu hören. Rolf Schilling als Vertreter von Talente
Vorarlberg erklärte uns sowohl, wie die Talentewährung funktioniert, als auch,
wo und wie mit dem V-Taler bezahlt werden kann. Sein Vortrag ist ein eigener
Blogeintrag wert, den ich irgendwann in den nächsten Wochen verfassen möchte. Nach
Abschluss des Vortrages ging Rolf auf die Fragen der Anwesenden ein, während
Hubert nebenan den neuen Interessenten unseren Verein präsentiert hat.
Anschließend bekamen die „Gardener“ die
Möglichkeit, ihren Teilbereich jeweils vorzustellen. Bei den „Gardenern“
handelt es sich um Einzelpersonen und auch Teams, die jeweils einen
Konsumbereich aus dem Konsumkodex betreuen. Sie sammeln Informationen in eben
diesem Bereich, sind Anlaufstelle für Informationen, verdichten diese und geben
diese weiter.
Mein Kollege Harry berichtete über unsere
aktuelle Elektroniksammlung und gab wertvolle Tipps zum Thema Stromsparen und
Recycling. Weiters stellte er das Reparaturcafé vor, welches er und seine
Arbeitsgruppe in Nenzing auf die Beine stellen wird. Ich präsentierte kurz das
Fairphone und die Idee dahinter.
Karl präsentierte seinen Bereich „Energie“
und regte an, eine Energiebuchhaltung zu führen, um ein Bewusstsein über das
eigene Konsumverhalten im Bereich Energie zu schaffen. Sein Credo lautet:
Zuerst Energie einsparen und dann schauen, wie viel noch gebraucht wird, um den
täglichen Bedarf abzudecken. Als weiteren Punkt berichtete er über die
Anschaffung von Photovoltaikanlagen und stellte dazu fest, dass die billigste
Anlage diejenige ist, die nicht gebaut werden muss.
Florian berichtete über den derzeitigen Stand
seines Projektes „Früchte der Freundschaft“, bei welchem es darum geht,
Kontakte zu knüpfen zwischen Menschen, die mehr Obst ernten, als sie
selber verwenden können und den Menschen, die selber kein Obst anbauen können,
dieses aber gerne verwerten würden. Es soll eine Brücke zwischen
Produzenten und Konsumenten gebaut werden. Schon beim nächsten Forum wird es zu
diesem Thema erste Folder geben und Material zur Verfügung stehen, die es
ermöglichen werden, eben diese Kontakte zu knüpfen. Florian konnte bereits
Unterstützer für dieses tolle Projekt mit ins Boot holen.
Unser Gardener zum Thema „Mobiliät“, Eugen,
stellte das Maximo-Ticket von V-Mobil vor, mit dem um EUR 365,– jährlich alle
öffentlichen Verkehrsmittel in Vorarlberg benutzt werden können. Zudem wies er
darauf hin, dass sehr viele Strecken, die täglich bewältigt werden, in einem
Bereich zwischen 5 und 10 km liegen und vieles davon mit dem Fahrrad oder zu
Fuß bewältigt werden kann. Unser Körper ist auf Bewegung ausgerichtet und
sollte daher auch regelmäßig bewegt werden, um Gesundheitsschäden vorzubeugen,
teilte er uns mit.
Schließlich sprach Barbara noch zum
Themenbereich „Brot und Getreide“. Sie erzählte uns von Sonja und Egon Ehrne,
die in ihren Feldern in Gisingen Vorarlberger Speisegerste anbauen. Die Gerste
kann in der Gerstensuppe verarbeitet werden, weiters kann Gerste wie Reis
zubereitet werden oder für Eintöpfe, Aufläufe und Risotto verwendet werden. Aus
Gerstenschrot lassen sich auch Breie, Müsli und Laibchen bereiten.
Da Andrea, die für den Bereich
Kosmetik und Reinigung zuständig ist, nicht da sein konnte, berichtete Barbara
in ihrer Vertretung von den Produkten der Firma Uni-Sapon. Marion Reichart von
der Firma Uni-Sapon wird an einem der nächsten Foren anwesend sein und einen
Vortrag über biologische Reinigungsprodukte halten. Zusätzlich stellte Barbara
das Projekt Windlkind vor. Windlkind bietet eine umweltfreundliche Alternative
zu Wegwerfwindeln und wurde von den rührigen Damen Isolde Adamek und Evi
Kettner ins Leben gerufen. Zu finden ist die tolle Initiative unter www.windlkind.at.
Hubert beschloss den offiziellen Teil des
Abends mit einem Rück- und einem Vorausblick auf unsere vielfältigen Vereinsaktivitäten.
Anschließend konnten noch Produkte vom
Weltladen und vom Martinshof direkt vor Ort eingekauft werden, ein Angebot, das
gut angenommen wurde. Broschüren, Beitrittserklärungen, Folder, sowie die
Pickerl „Bitte kein unadressiertes Werbematerial“ gab es an unserem
Vereinsstand. Wir ließen den Abend noch mit interessanten und wertvollen
Begegnungen ausklingen.
Die Veranstaltung hat wieder sehr viel Spaß
und Freude bereitet! Immer wieder bin ich erfreut über die herzliche,
freundliche Atmosphäre und die anregenden Gespräche, die sich bei diesen
Gelegenheiten entwickeln. Tolle Ideen werden ausgetauscht und interessante
Impulse gegeben. Veränderung beginnt bei uns selber und jeder Einzelne kann
etwas dazu beitragen!
Wir danken euch herzlich! Es war ein schöner
Abend! Weitere werden folgen :-)!
Samstag, 15. Februar 2014
Gedanken zur Nachhaltigkeit und aktuelle Veranstaltungshinweise
Hallo zusammen!
Zu meinem letztwöchigen Blogeintrag möchte ich noch
ergänzend anführen, dass ich selbstverständlich auch die Annehmlichkeiten des
Internets schätze. Ich nutze es sehr, sehr viel, um mir Informationen zu
beschaffen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und um Musik zu hören, bzw. mir
auf Youtube interessante Videos anzuschauen. Ich könnte mir ein Leben ohne
Internet auch kaum mehr vorstellen. Was ich einfach aufzeigen wollte, ist, dass
es halt wie bei allem zwei Seiten gibt … die Gute und die Schlechte. Die Dinge
kritisch zu hinterfragen, ist oftmals anstrengend und unangenehm, aber es
verhindert teilweise auch, dass man zu sehr von anderen Menschen und Ideologien
manipuliert wird und womöglich ahnungslos in ein Unglück läuft. Diese Welt ist
einfach unglaublich komplex und undurchschaubar. Wir hätten alle gerne
Sicherheit, aber sie ist eine Utopie, das Leben ist einfach nicht zu
kontrollieren. Die Kunst ist es wohl, sich an die jeweiligen Gegebenheiten gut
anzupassen und zu üben, mit dieser komplexen Welt zurechtzukommen, ohne aber
innerlich zu erstarren und das Gefühl zu haben: Ich kann eh nix tun. Ich kann
eh nix verändern, wer bin ich schon? Jeder von uns ist ein Rädchen im System
und kann etwas für die Lebendigkeit, die Erhaltung des Planeten, für das
wertschätzende Miteinander beitragen. Auch die kleinen Dingen sind super – ein liebes
Wort, ein Lächeln, eine Bahnfahrt, eine Reparatur eines älteren Gerätes, anstatt
etwas Neues zu kaufen, das Pflanzen eines Baumes, der Verzicht auf die
Plastiktüte. Es gibt Millionen von Möglichkeiten … wichtig ist es, nicht zu
verzagen und plötzlich alles nur noch negativ zu sehen, sondern einfach kleine,
überschaubare Schritte zu setzen und die Schönheit dieses Lebens nicht aus den
Augen zu verlieren.
Hier habe ich noch Veranstaltungstipps für euch:
Am 7. März 2014 seid ihr alle herzlich eingeladen zum "5.
Forum Konsumentensolidarität Jetzt" im Sunnahof in Tufers in Göfis. Beginn ist
um 18.00 Uhr. Gernot Jochum-Müller von Talente
Vorarlberg wird da sein und uns einführen in die Welt der Regionalwährungen
(um vorab mehr Informationen über den Talenteverein zu bekommen, folgt bitte
dem blau unterlegten Link). Weiters werden wir wie immer unseren Verein präsentieren. Erstmals
können auch Produkte vom Weltladen vorbestellt und am 7. März 2014 direkt beim
Forum bezogen werden. Florian Fulterer wird über den Verlauf des
Obstbäumeprojektes berichten und wir werden Ideen und Vorschläge für unseren
jährlichen Konsumkodex gemeinsam mit den Anwesenden erarbeiten. Wenn ihr Zeit
habt, schaut doch vorbei. Ihr könnt immer wieder etwas mitnehmen von diesen
Treffen und neue Menschen kennenlernen. Und – es sind alle Interessierten
eingeladen, Vereinsmitglied zu sein oder auch zu werden, ist definitiv keine
Voraussetzung!
Weitere interessante Veranstaltungen zum Thema „Nachhaltigkeit“
bietet auch die Gemeinwohl-Ökonomie-Vorarlberg, zu finden unter http://vorarlberg.gwoe.net/mitmachen/.
Diese Veranstaltungen finden im
Bildungshaus St. Arbogast in Götzis statt.
Auch die Bodenseeakademie in Bregenz hat einiges im
Programm, zu finden unter http://www.bodenseeakademie.at/anlaesse_und_einladungen.html
Nicht zu vergessen die Veranstaltungen von Harry's Arbeitsgruppe "Bewahrung der Schöpfung" in Nenzing, zu finden unter http://www.pfarre-nenzing.at/index-bewds.htm. Unter diesem Link findet ihr auch eine tolle Nahversorgerliste für das Oberland!
Sucht euch raus, was euch interessiert, schaut vorbei und
lasst euch inspirieren! Und vergesst nicht: Die kleinen Dinge zählen!
Herzlichst,
Silke
Samstag, 19. Oktober 2013
Konsumkodex 2014
In diesen Tagen wird dem Regionalen Konsumkodex 2014 der Endschliff
verpasst, damit er Ende Oktober herausgegeben werden kann. Das veranlasst mich,
heute über den Konsumkodex
zu schreiben.
Worum handelt es sich hier?
Der Konsumkodex ist eine
Sammlung von Informationen, Ideen, Adressen, Tipps zum Thema „Nachhaltiger
Konsum“. Er besteht aus all den Informationen, die wir in den letzten 2 Jahren
zusammengetragen und gesammelt haben. Wann immer jemand von einer neuen Adresse
erfährt, wie z.B. einem Bioladen, bei dem man saisonale Produkte aus der Region
erstehen kann oder von einem Reparaturcafé, welches irgendwo in Vorarlberg
aufgebaut wird, tragen wir das zusammen und fügen es dem Kodex hinzu.
Der Kodex ist in
folgende Bereiche aufgeteilt:
- Lebensmittel
- Energie
- Verkehr/Mobilität
- Kleidung/Textil
- Finanzen
- Kosmetik/Reinigung
- Wohnen
- Papier
- Elektronik
- Reisen/Tourismus
- Verpackung
All diese Themen sind wiederum in Unterpunkte aufgegliedert
(bei Lebensmittel sind das z.B. Getreide, Fleisch, Fisch, Obst etc.). Für jeden
dieser Bereiche soll ein kleines Team zuständig sein, welches die Informationen
zu diesem Thema sammelt, sortiert und verdichtet. Viele Menschen sind ja schon
beruflich in einem der oben erwähnten Bereiche tätig und können bereits ein großes Wissen mitbringen.
Das ist ein wunderbares Potenzial. Dieses Wissen kann dann an andere weitergegeben
werden über den Weg des Konsumkodex. So wird der Kodex Jahr für Jahr reicher an
Informationen und entwickelt sich zu einem wichtigen Instrument, welches als wertvolle
Informationsquelle im Alltag dient.
Aber mit dem regionalen Konsumkodex ist es nicht ganz getan.
Damit der Kodex verbindlicher wird, wandelt jeder von uns daraus seinen
persönlichen Konsumkodex ab. Das bedeutet, dass sich jeder einzelne überlegt,
was er im Jahr 2014 gerne umsetzen möchte. Vielleicht entscheidet sich jemand,
auf Ökostrom zu wechseln, ein anderer möchte gerne öfters Bus fahren. Wir
stecken uns Ziele und nehmen uns vor, diese umzusetzen. Wenn’s nicht klappt,
passiert nichts, keine Bange. Jeder macht dies für sich. Es geht einfach darum,
sich bewusst mit diesen Konsumthemen auseinanderzusetzen, sich Zeit nehmen,
nachdenken, Entscheidungen treffen und
dann diesen Weg zu gehen. Um etwas zu erreichen, ist es wichtig, sich zu
überlegen, was man möchte. Es tut auch gut, wenn man das Ganze schriftlich
festhält. Ich finde, es hilft, dranzubleiben. Und es ist auch spannend, am Ende
des Jahres nachzuschauen, welche Ziele erreicht worden sind und welche sich
nicht umsetzen ließen.
In meinem Leben haben sich doch gewisse Dinge verändert in
diesem Jahr. Ich ernähre mich gesünder, esse mehr Gemüse und weniger Fleisch.
Fertigprodukte kommen nur noch selten auf den Tisch. Und ich benutze mein
Fahrrad viel öfter wie früher. Ökostrom beziehe ich jetzt auch. Ich habe neue
Läden, in denen ich jetzt einkaufe und ich war in diesem Jahr kein einziges Mal
im Messepark. Auf das Flugzeug habe ich heuer auch verzichtet.
Ich weiß, das ist alles noch viel zu wenig, mein ökologischer Fußabdruck besagt, dass
es immer noch zwei Planeten bräuchte,
wenn alle Menschen dieser Welt so viele Ressourcen verbrauchen würden wie ich. Darin
liegt noch Verbesserungspotenzial. So nehme ich das als Ansporn für das
kommende Jahr, um wieder neue Ziele zu erreichen.
Wie immer lautet mein Credo: Ich bleibe dran!
Samstag, 12. Oktober 2013
4. Forum von KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT
Meine Gedanken und Eindrücke zu dieser Veranstaltung findet ihr hier:
Konsumentensolidarität Jetzt - INTERN
Der Text ist ganz am Ende zu finden.
Konsumentensolidarität Jetzt - INTERN
Der Text ist ganz am Ende zu finden.
Sonntag, 22. September 2013
Über "Konsumentensolidarität Jetzt"
Der Verein „Konsumentensolidarität Jetzt“ ist in Vorarlberg beheimatet. Wir engagieren uns für ein Konsumverhalten, welches sozial, gerecht und ökologisch ist.
In Anbetracht der Situation,
- dass viele Menschen immer ärmer werden und wenige Reiche immer reicher,
- dass viele große Konzerne unsere Ressourcen plündern, die Umwelt immer mehr zerstören und es mit unlauteren Methoden schaffen, möglichst wenig Steuern zu zahlen, um damit noch mehr Reichtum auf Kosten der Umwelt und der Menschheit anzuhäufen,
- dass wir reichen Nationen mit unserem Wohlstand und Bedürfnis nach immer mehr Luxus und Konsum einen wesentlichen Anteil daran haben, dass Menschen in anderen Erdteilen einen hohen Preis dafür bezahlen müssen, indem sie ausgebeutet, sowie unter schrecklichen Bedingungen arbeiten müssen und dafür höchstens einen Hungerlohn erhalten,
Jährlich entwickeln wir einen Konsumkodex, mit Ideen und Tipps für einen nachhaltigeren Konsum. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns seinen Beitrag für eine gerechtere und ökologischere Welt leisten kann. Das Sammeln und die Umsetzung dieser Ideen, haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Indem wir Menschen eine Plattform bieten, miteinander nachzudenken, zu kommunizieren, Informationen auszutauschen, können sich daraus spannende und freudvolle Synergien entwickeln, die dann wieder zu innovativen Ideen führen, welche dann wiederum in bewusstes Handeln umgesetzt werden. Unsere Arbeit soll Menschen zusammenführen, die gegenseitige Wertschätzung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten fördern und vor allem auch Spaß machen. So können wir gemeinsam Großes bewegen! Denn, um es in Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker Worten zu sagen:
“Konsumenten sind Entscheider. Über das, was sie wollen und was nicht.
Tun sie sich zusammen, entscheiden sie über den Kurs der Wirtschaft!”
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