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Mittwoch, 13. März 2019

Bewusster Konsum - KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT

Aus Zeitgründen musste ich diesen Blog im Oktober 2014 einstellen. Aber ich bin schon seit einigen Jahren Schriftführerin für KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT. Ich schreibe dort weiterhin und betreue die Homepage.

Ich bitte daher alle, die am Thema "Bewusster Konsum" interessiert sind, auf die Seite www.consolnow.org zu gehen. Dort gibt es eine riesige Fülle von Information zu den Themen bewusster Konsum, Nachhaltigkeit, ressourcenschonender Verbrauch, biologische Lebensmittel, kleine Einheiten, Saisonalität, Regionalität, kurze Transportwege, sozialer und gerechter Konsum, fair einkaufen und vieles mehr.

Einkaufstipps sind in unserem "Regionalen Konsumkodex" zusammengefasst, der stets aktuell gehalten wird. Sollten Unstimmigkeiten bemerkt werden oder hat wer zusätzliche Tipps, meldet euch bitte bei uns unter info@consolnow.org . Auch andere Anregungen sind herzlich willkommen.

Aktuelle Veranstaltungstipps zum bewussten Konsum sind ebenfalls auf unserer Homepage zu finden.

Über einen Besuch aus unserer Homepage www.consolnow.org freuen wir uns sehr!!!

Bis bald,

Silke

Sonntag, 28. September 2014

Rückblick - 7. Forum "KONSUMENTENSOLIDARITÄT - JETZT" - 26.9.2014 im Freihof in Sulz

Am Freitag, den 26. September 2014 durften wir wieder zahlreiche interessierte Konsumentinnen und Konsumenten im Freihof in Sulz begrüßen. Es erwarteten uns spannende Präsentationen von engagierten und motivierten Menschen, die mit viel Elan und Zielstrebigkeit nachhaltige Ideen verwirklichen.  

Hubert eröffnete den Abend mit einem kurzen Streifzug durch die Schlagzeilen, die in den letzten Wochen zum Thema „Klimawandel“ in den österreichischen Medien kursierten. Alarmierendes gab es da zu lesen: Von der Konzentration der Treibhausgase, die laut UNO-Angaben einen neuen Höchststand erreicht hat, bis zur Präsentation des ersten österreichischen Klimaberichts, der düstere Prognosen (unter anderem Zunahme von Wetterextremen wie Hitzetage und Überschwemmungen) für die Zukunft bereit hält. Parallel dazu erwähnte Hubert die Nachricht vom größten Börsengang aller Zeiten durch Alibaba, einen chinesischen Onlinehändler. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will Alibaba seine Expansion weiter vorantreiben. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Gier nach Profit und der Traum vom endlosen Wachstum schier keine Grenzen mehr zu scheinen kennt.

All diese Nachrichten machen bewusst, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Sich ein gutes Netz an Beziehungen aufzubauen, die lokale Wirtschaft zu unterstützen und vorzugsweise in der Region einzukaufen, sich mit anderen Menschen zu solidarisieren und zu verbünden, sind für mich immens wichtige Strategien, um mit all dem Wahnsinn, der da tagtäglich über uns hereinbricht, umzugehen.

Es gibt immer wieder Menschen, die einem zeigen, wie Veränderung möglich ist und aussehen kann. Drei Initiativen, die in diese Richtung arbeiten, durften wir gestern wieder kennenlernen.

Den Anfang machte Harry, der uns das Repair-Café Nenzing vorstellte. Das Reparaturcafé ist ein Projekt der Arbeitsgruppe "Bewahrung der Schöpfung" aus Nenzing. Das Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, umweltschädliche und ressourcenvergeudende Verhaltensweisen bewusst zu machen und Möglichkeiten zur Veränderung und zum Umdenken aufzuzeigen.  Als die tolle Initiative „Bewahrung der Schöpfung“ im Vorjahr den mit EUR 3.000,-- dotierten Hypo-Umwelt-Förderpreis erhielt, bedeutete dies zugleich auch den Startschuss für die Gründung des Reparaturcafés in Nenzing. Nachdem nach etlichen Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung im Februar 2014 ein Raum gefunden werden konnte, war die größte Hürde genommen. Geschäftig und motiviert nahmen Harry und seine Mitstreiter die Einrichtung der Räumlichkeiten in Angriff. Am 7. Juni 2014 öffnete dann das Repair-Café offiziell seine Pforten! Egal, ob es sich um Fahrradreparaturen, Kleinhaushaltsgeräte (Mixer, Staubsauger, Toaster, etc.), Kleinmöbel oder Spielsachen handelt, die Mitarbeiter vom Repair-Café Nenzing nehmen sich beherzt der Sache an! Wichtig zu erwähnen ist noch, dass es sich um Hilfe zur Selbsthilfe handelt. Menschen werden motiviert, selbst Hand anzulegen und gemeinsam mit den Reparaturfachleuten kann somit – nicht alles, aber das Meiste - wieder instandgesetzt und repariert werden. Finanziert wird das Repair-Café durch freiwillige Spenden.  In die freudigen Gesichter der Besitzer der wieder funktionierenden Geräte zu blicken, ist für Harry und seine Kollegen die größte Motivation und schönste Freude! Mehr Infos zum Repair-Cafe gibt es unter der Internetseite http://wiki.imwalgau.at/wiki/Repair_Caf%C3%A9_im_Walgau zu finden. Dort finden sich auch die Termine für die kommenden Repair-Cafés.

Anschließend an Harrys Präsentation stellten Mag. Brigitte Achatz und Dr. Christine Bertl-Anker ihre Buchhandlung "Die Quelle" vor. Ursprünglich vom Werk der Frohbotschaft in Batschuns vor 35 Jahren gegründet, hat es sich die Buchhandlung zur Aufgabe gemacht, ein reichhaltiges Sortiment an religiösen Büchern und Karten anzubieten. Mittlerweile hat sich die Produktpalette wesentlich erweitert, sowohl Kinder- und Jugendbücher, als auch unterhaltende Literatur, Devotionalien und Kerzen werden in der kleinen Buchhandlung in Feldkirch angeboten. 3x im Jahr organisiert die Buchhandlung eine Bücherschau, bei der empfehlenswerte Neuerscheinungen vorgestellt und besprochen werden. Zusätzlich schreiben die rührigen Frauen von der Buchhandlung „Die Quelle“ immer wieder Rezensionen, die dann in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht werden. Auch Büchertische werden  für ausgesuchte Veranstaltungen organisiert. So war „Die Quelle“ z.B. auch beim letzten Ethikforum mit einem Stand vertreten. Wichtig ist Brigitte, Christine, sowie ihren Mitarbeiterinnen aber der persönliche Kontakt zu den Kunden. Durch anregende Gespräche findet eine tolle, Freude bringende Form der Weiterentwicklung statt, von der alle profitieren. 

Als dritte Initiative stellten Helgard und Stefan Dilsky aus Hohenweiler ihre Firma „Himmelschlüssel“ vor. Angefangen hat alles mit der Krankheit des Sohnes von Helgard und Stefan, der bis zu seinem dritten Lebensjahr stark an Neurodermitis litt. Durch homöopathische Mittel vom Hausarzt konnte die Neurodermitis zwar stabilisiert, aber nicht behoben werden. Mit viel Eigeninitiative und Engagement haben es sich Stefan und Helgard zur Aufgabe gemacht, ihrem Sohn zur Heilung zu verhelfen. Und sie waren erfolgreich! Sohn David ist seit seinem 4. Lebensjahr gesund und absolut beschwerdefrei. Begeistert von diesen Erfolgen, inzwischen mit einem enormen Wissen ausgestattet, beschlossen die beiden, sich mit einem kleinen Geschäft selbständig zu machen, um so die Produkte, die ihrem Sohn so sehr geholfen haben, auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Das Sortiment umfasst Heimtextilien, wie Matratzen und Decken, Bekleidung, wie Socken und Leinenbekleidung, aber auch Basics, wie Unterwäsche. Auch Hygieneartikel und Reinigungsprodukte werden vertrieben. Wichtig ist Stefan und Helgard auch, dass die Produkte aus der Nähe kommen und somit die Transportwege möglichst kurz gehalten werden. Die gesundheitliche und persönliche Beratung und Betreuung steht im Vordergrund. Die Firma ist in 6914 Hohenweiler, Leutenhofen 40A zu finden. Derzeit hat sie noch keine Internetpräsenz, was das Ganze aber auch sympathisch macht. Besonders gute Firmen können genausogut auch ohne Webshop auskommen!

Anschließend an diese drei tollen Präsentationen erhielten alle Forumsteilnehmer wieder die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Neben den vorgestellten Initiativen waren auch die „Gardener“ vertreten. Gernot Jochum vom Bereich Finanzen bot interessante Einblicke in die Finanzwelten, Andrea Breuss-Buchacher stand als Ansprechpartnerin für den Bereich Kosmetik zur Verfügung, auch Karl Heinzle vom Energiebereich war an diesem Abend anwesend und beantwortete Fragen zum Thema Energie. Barbara, die für Brot und Getreide zuständig ist, betreute gleichzeitig auch noch unseren Vereinsstand. Harry und ich waren am Elektroniktisch vertreten. Die Themen Datenschutz und Fairphone waren dort relevante Themen.

Mit einem Ausblick auf kommende Veranstaltungen wurde der Abend gemeinsam beschlossen. Herzlichen Dank an alle, die teilgenommen haben und diese Veranstaltung wieder zu etwas ganz Besonderem haben werden lassen! 

Sonntag, 24. August 2014

Vorschau auf den Herbst und Literaturtipps

So, gefühlsmäßig ist der Sommer für mich nun vorbei (für viele war er aufgrund der Wetterkapriolen gar nie da). Es beginnen die Vorbereitungen für die Herbstveranstaltungen unseres Vereins „Konsumentensolidarität – JETZT“. Da wird einiges los sein. Vor allem die Woche vom 8.9. – 14.9.2014 ist mit Veranstaltungen gespickt. Am 11. September 2014 findet eine Exkursion zur Firma Uni Sapon statt (siehe http://www.bewusster-konsum.blogspot.co.at/2014/06/bericht-vom-6-forum-konsumentensolidari.html - um mehr über Uni Sapon zu erfahren), für den  12. September 2014 organisiert Hubert einen Ausflug mit Führung zum „Biobauernhof“ von Armin Rauch in Dünserberg und am 14. September 2014 sind wir auf dem Biofest in Bregenz vertreten. Die Termine mit Infos und Anmeldemöglichkeiten findet ihr unter http://consolnow.org/aktuelles/. Ich bin am 14.9. dabei beim Biofest und würde mich über euren Besuch freuen!!! Wenn jemand Lust hat, mitzuhelfen, ist das noch besser!!! Bitte meldet euch dann einfach bei mir unter whizzy1@gmx.at oder bei Hubert unter hubert.feurstein@consolnow.org .

Zu gegebenem Zeitpunkt werde ich euch bestimmt berichten, wie der Tag gelaufen ist.

Zwei interessante Bücher habe ich in den letzten Wochen noch gelesen. Zum einen war das „Was kostet die Welt“ von Raj Patel und zum anderen „Grüne Lügen“ von Friedrich Schmidt-Bleek. Das Buch von Raj Patel widmete sich der Frage, wie denn heutzutage die Preise für ein Wirtschaftsgut festgelegt werden, und es kritisierte sehr stark den unstillbaren Hunger nach Profit, sowie das System der freien Marktwirtschaft. 

Aufgerüttelt hat mich das Zitat:

„Die Regierungen machten die Exzesse der Finanzwelt erst möglich, indem sie versprachen, im Notfall die Scherben zusammenzukehren. Und sie hielten Wort. Als das System unter den Wetten der Banker zusammenbrach, blieben die Einnahmen aus riskanten Geschäften unangetastet. Die Profite wurden privatisiert, die Risiken dagegen verstaatlicht. Der Reichtum der Banker kam dem Rest der Welt teuer zu stehen, und trotzdem feierten die besten Hedgefonds –Manager 2009 das drittbeste Jahr aller Zeiten“.

Dieses System, dass Regierungen notfalls die Scherben zusammenkehren, gilt meines Erachtens genauso für Österreich. Man denke nur an die Hypo-Alpe-Adria Misere. Die, die uns das alles eingebrockt haben, kommen unbeschadet davon, während die Kosten auf die Steuerzahler umgewälzt werden. Die Bevölkerung zahlt für die Sünden der Banker. 

Oder das Beispiel McDonalds (ebenfalls aus dem Buch von Raj Patel entnommen):

„Wenn McDonalds den Ausstoß schädlicher Gase wie CO2 verursachen kann, ohne dafür zu bezahlen, dann sind offensichtlich die Kosten, die der Gesellschaft insgesamt entstehen, nicht gedeckt. Einer Schätzung zufolge verschlingt die Produktion der 550 Mio. BigMacs, die in den USA pro Jahr verkauft werden, 297 Mio. Dollar an Energiekosten, was etwa 1 Mio. Tonnen CO2 entspricht. Dazu müsste man noch die Folgen für die Umwelt, wie Wasserverbrauch und Bodendegradation rechnen, sowie die versteckten Kosten für die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten, wie Diabetes und Herzerkrankungen. Keiner dieser Posten taucht auf Ihrer Rechnung auf, wenn Sie einen BigMac kaufen, und doch muss sie irgendjemand bezahlen. Sie werden eben nicht vom McDonalds-Konzern getragen, sondern von der Gesellschaft insgesamt, denn für die Kosten von Umweltkatastrophen, verstärkten Wanderungsbewegungen im Zuge des Klimawandels und der Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten kommen wir letztlich auf“, schreibt Raj Patel.

Und so läuft es überall. Die Global Player verwüsten unsere Umwelt, plündern unsere Ressourcen aus, verbauen unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder und müssen dafür aber nicht geradestehen. Mitunter zahlen sie auch kaum Steuern. Ich weiß, ich wettere immer wieder über die "bösen" Konzerne. Ich gebe zu, ich betreibe vereinfachte Schwarz-Weiß-Malerei. Vermutlich kann man nicht alle in einen Topf werfen und es gibt sicherlich bei den Großkonzernen auch solche, die sich für Sozialprojekte und den Umweltschutz einsetzen. Dies begrüße ich sehr. Und doch geht es letztendlich doch allen darum, möglichst viel Profit zu erzielen. Je größer und globaler ein Konzern ist, desto mehr Geld hat er angehäuft und desto mehr ist er meiner Meinung nach vom Gedanken besessen, die Gewinne noch stärker zu erhöhen. So funktioniert nun einmal die freie Marktwirtschaft. "Das Charatkeristische an heutigen Märkten ist, dass der Austausch nicht auf Bedürfnissen beruht, sondern auf Profit abzielt" (Raj Patel). Somit sind die multinationalen Großkonzerne (und ich meine die wirklich Großen wie Nestlé, Monsanto, Kraft, Coca Cola etc. - um mal nur die Nahrungsmittelkonzerne zu nennen) für mich auch diejenigen, die die größte Geldanhäufungsmaschinerie darstellen und dies mit unlauteren Mitteln wie Ausbeutung, Kontrolle, Macht, Menschenrechtsverletzungen etc. erreichen. 

Das alles stinkt doch zum Himmel und doch regt sich kaum jemand auf. In eine ähnliche Kerbe wie Raj Patel schlägt Friedrich Schmidt-Bleek in seinem Buch „Grüne Lügen“. Auch er appelliert für eine Besteuerung der externen Kosten, sprich, es sollte eine Ressourcensteuer eingeführt werden. Je seltener der Rohstoff, je höher die Kosten für deren Beschaffung, je größer der Energieverbrauch, desto höher sollte die Steuerlast sein. Im Gegenzug sollte die Arbeitsleistung sehr stark von Steuern entlastet werden. Menschliche Leistung sollte billiger werden, dafür sollte der Verbrauch von Ressourcen viel teurer werden.

Mir gefällt die Idee, nur, wie ist das in der Praxis umsetzbar? Wird das nicht furchtbar kompliziert? Hat dann nicht jedes Gut einen eigenen Steuersatz? Wird es dann ähnlich undurchsichtig und kompliziert wie mit den Zöllen? Die jeweils korrekte Zuordnung eines Produktes zur richtigen Zolltarifnummer bereitet mir schon im täglichen Arbeitsleben Kopfweh. 

Und doch muss sich schnellstens etwas ändern, Kosten für Umweltverschmutzung, die Folgen des Klimawandels, Kosten für Ausbeutung müssen unbedingt von den Verursachern – im großen Stil sind das die multinationalen Konzerne – getragen werden!!! Ausbeutung und Zerstörung dürfen sich auch finanziell nicht mehr lohnen!!!

Wir brauchen unbedingt Politiker, die wieder für das Volk arbeiten und nicht den Konzernen in den Allerwertesten kriechen! Wir brauchen Politiker mit Rückgrat, die zusammenhalten, die sich nicht bestechen lassen und hinter denen wir stehen können!!! Und wir sollten versuchen, beim Kauf unserer Produkte auf regionale Quellen auszuweichen, die großen Konzerne zu umgehen, so gut es eben geht. Jeder von uns hat ein kleines bisschen Spielraum, etwas zu verändern. Veränderung beginnt im Kleinen. Tun wir uns aber zusammen, werden wir irgendwann stärker und leiten einen Kurswechsel ein! Ein jeder kann einen Beitrag leisten! Es braucht nur ein wenig guter Wille und Freude am Ausprobieren!

Samstag, 14. Juni 2014

Bericht vom 6. Forum "Konsumentensolidarität Jetzt" am 13. Juni 2014

Am 13. Juni 2014 konnten wir wieder viele interessierte und engagierte Gäste bei unserem 6. Forum „Konsumentensolidarität Jetzt“ im Freihof in Sulz begrüßen. Mich freut es besonders, dass es immer wieder zu zahlreichen angeregten Diskussionen und einem regen Austausch von Informationen zwischen allen Beteiligten kommt. Das zeigt mir, dass sich die Menschen bei unseren Veranstaltungen wohlfühlen. Sie sprechen lebhaft miteinander und gehen am Ende des Abends mit neuen Erkenntnissen und einem geschärften Bewusstsein für Umweltthemen heim. Diese Dynamik an solchen Abenden und die herzliche Atmosphäre faszinieren mich immer wieder.

Lasst mich euch berichten, was der gestrige Abend alles zu bieten hatte:

Nach einer kurzen Einführung durch Hubert standen drei sehr interessante Vorträge auf dem Programm. Den Anfang machte Anton Walser von der Metzgerei Walser/Meiningen. Er schilderte zu Beginn seines Vortrags die Entstehungsgeschichte seiner Metzgerei. Die Metzgerei Walser führt eine hauseigene Schlachtung durch, was soviel bedeutet, wie: Die Tiere werden von regionalen Bauern immer montags lebend angeliefert und dann vor Ort – ohne unnötigen Stress für die Tiere – geschlachtet. Bei Walser wird der Direktkontakt zu den Bauern großgeschrieben und Tiere, die nicht anständig gehalten wurden, werden nicht angenommen. Somit wird auch ein Stück weit Erziehungsarbeit bei den Bauern geleistet. Anton Walser scheute auch nicht davor zurück, uns den Schlachtungsprozess zu schildern. Meines Erachtens ist es wichtig, darüber zu reden und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Fleisch nun einmal von vormals lebenden Tieren stammt und diese zuerst getötet werden müssen, damit wir die besten Stücke davon verzehren können. Der Rest wird unter anderem zu Wurst verarbeitet. Die Namen der Bauern, welche die Tiere liefern, werden pro Woche auf der Internetseite der Metzgerei Walser veröffentlicht. Sie stammen alle aus Vorarlberg. Dies sorgt für Transparenz, Ehrlichkeit und einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem sensiblen Thema. Das verarbeitete Fleisch wird in den Läden der Metzgerei Walser verkauft, 98% der Ware stammt aus Vorarlberg, nur die restlichen 2% stammen zur Abdeckung für Spitzenzeiten aus Zukäufen von anderen Bundesländern (Oberösterreich). 

Als zweiten Vortrag lauschten wir gebannt den Schilderungen von Marion Reichart, Geschäftsführerin der Firma Uni Sapon.  Bei Uni Sapon handelt es sich um ein Familienunternehmen, welches seit 1984 auf dem Gebiet der Entwicklung und Erzeugung umweltschonender Reinigungsmittel tätig ist. Auch Marion schilderte die Entstehungsgeschichte ihres Unternehmens und berichtete anschaulich von der Pionierarbeit, die ihr Vater, Franz Reichart, im Keller des Einfamilienhauses auf diesem Gebiet leistete. Er entwickelte bereits 1980 eine Schmierseife aus reinen Naturstoffen und fuhr anfangs von Haus zu Haus, um sein Produkt unter die Menschen zu bringen und zu verkaufen.  Später folgten weitere Produkte, welche jetzt unter dem Namen „Uni Sapon“ an zahlreichen Orten erhältlich sind. Uni Sapon unterhält ein „gestrafftes Produktsortiment“, was bedeutet, dass es nur 4 Reinigungsmittel  als Konzentrat gibt, welche in Kombination mit nur wenigen Zusatzstoffen vom Kunden selber zu dem entsprechenden Produkt gemischt werden. Die Anleitungen dafür gibt es auf den Sprühflaschen zu finden, die ebenfalls von Uni Sapon verkauft werden. Weiters verfolgt die Firma ein „Null-Müll-Konzept“. Es wird nur 1x vom Kunden ein Fläschchen mit dem Konzentrat erworben. Es gibt in Vorarlberg zahlreiche Nachfüllstationen, bei denen der Kunde das Konzentrat nachfüllen kann, sobald die Flasche leer ist – ohne dass er damit einen neuen Behälter kaufen müsste. Die Firmen, die als Abfüllstationen dienen, erhalten die Konzentrate in Kanistern, welche ebenfalls an Uni Sapon zurückgegeben und wiederverwendet werden. Ich bin von solchen Konzepten begeistert und hoffe, dass diese auch in anderen Bereichen Schule machen.

Als dritte Vortragende konnten wir Isolde Adamek und Evi Kettner von der neu gegründeten Firma Windlkind gewinnen. Wer Isolde kennt, weiß bereits: bei diesen Vorträgen gibt es immer viel zu schmunzeln! Sie ist eine Frau, die sich mit Leib und Seele für die Rettung unseres Planeten und den Schutz unserer Umwelt einsetzt! In ihrem neuesten Projekt überzeugt sie – zusammen mit Evi – Menschen davon, anstatt auf Einwegwindeln auf Stoffwindeln zu setzen. Diese sind immer zur Hand und man erspart sich den regelmäßigen Gang zum Supermarkt, um sich wieder mit Windeln einzudecken. Für Isolde und Evi gehören Stoffwindeln sehr wesentlich zur Beziehungspflege mit dem Kind. Es handelt sich um ein Zeitgeschenk und schult die Achtsamkeit im Umgang mit dem Baby. Wenn man bedenkt, dass Plastikwindeln-Hersteller damit werben, dass ihre Windeln 12 Stunden trocken halten, heißt dies im Umkehrschluss, dass diese Kinder mitunter auch 12 Stunden lang nicht mehr gewickelt werden und dies zu Berührungsarmut führt. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, die behutsam mit Stoffwindeln gewickelt werden, viel Berührung und Achtsamkeit erfahren, mehr zur Ruhe kommen und eine bessere Grundstabilität entwickeln, die für die weitere Entwicklung immens wichtig ist. Dazu kommt der Umweltgedanke – eine Wegwerfwindel benötigt 200 – 500 Jahre zum Verrotten, ein einziges Wickelkind produziert über eine Tonne Windelmüll. Plastikwindeln gelten als eines der größten Umweltprobleme im Bereich des Hausmülls (entnommen von www.windklkind.at). Isolde erzählt mit einem Augenzwinkern, dass das Waschen, Aufhängen und Falten der Windeln nur ca. 20 Minuten täglich benötigt und eine Art Meditation sei, ähnlich wie Qigong. Zum Schluss gab es dann noch einen Appell an alle Männer: Stoffwindeln aufhängen sei sexy und mache den Frauen Appetit auf mehr …  hmm, ich kann mir gut vorstellen, dass da etwas dran ist :-).

Im Anschluss an diese höchst interessante und lebendige Vortragsrunde gab es die Gelegenheit, sowohl mit den Vortragenden, als auch mit weiteren Firmen (Martinshof/Weltladen) und auch mit den Gardenern/Gärtnern in Kontakt zu treten. Bei den Gardenern handelt es sich um Teams, die jeweils einen Konsumbereich betreuen und ein spezielles Augenmerk auf diesen Bereich legen. So waren Eugen Galehr vom Bereich „Verkehr“, Hanni Lins vom Bereich „Gemüse“, sowie Harry und ich für den „Elektronikbereich“ anwesend, während Barbara unseren Vereinstisch mit dem Infomaterial betreute. Es folgte ein reger und lebhafter Informationsaustausch zwischen allen Anwesenden.

Und – zu guter Letzt – durften alle Vereinsmitglieder die schicken Vereinstaschen von consolnow in Empfang nehmen. Die Taschen wurden von Isolde und ihren Kolleginnen von Sörecycling für unseren Verein entworfen, genäht und bedruckt. Aus alten Jeans gefertigt sind praktische, wunderbare und freche Unikate entstanden, die definitiv als Hingucker dienen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Isolde und ihren Näherinnen für die tollen Kreationen! 

Mit einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Vereinsveranstaltungen seit dem letzten Forum und einem Ausblick auf kommende Termine wurde der offizielle Teil des Abends beschlossen. Gemeinsam ließen wir den Abend in fröhlicher Atmosphäre ausklingen. 

Sonntag, 16. März 2014

Regionalwährungen

Wie im letzten Eintrag angekündigt möchte ich mich diese Woche dem Thema Regionalwährungen widmen.

Finanzen sind ein schwieriges Kapitel, weil es meines Erachtens eher schwierig ist, die ganzen Zusammenhänge wirklich gut zu verstehen. Ich jedenfalls tue mir schwer damit. Ich versuche zu kapieren:

Wir zahlen hier mit Euroscheinen. Diese Scheine haben einen bestimmten Wert und im Gegenzug dieser Scheine erhalten wir eine Leistung oder eine Ware. Geld ist also eine Art Tauschmittel. Aber nicht immer gibt es einen Papierschein, den man im Gegenzug für eine Leistung oder Ware weitergibt. Sehr oft sind es nur Zahlen, die die Konten wechseln. Das heißt, wir zahlen einen Betrag über die Bank an eine andere Person, Firma oder Institution und es wird ein bestimmter Betrag von unserem Bankkonto abgebucht, während dem Empfänger derselbe Betrag gutgeschrieben wird. Da ist kein Papier mehr im Umlauf. So weit so gut.

Jetzt aber gibt es noch die Zinsen. Haben wir ein Guthaben auf unserem Bankkonto, erhalten wir als „Belohnung“ Zinsen auf diesen Betrag. Sind wir mit unserem Bankkonto im Minus, müssen wir „zur Strafe“ dafür zusätzlich Zinsen bezahlen. Ich habe keine Ahnung, wer sich dieses System ausgedacht hat. Über kurz oder lang ist dieses Zinssystem ungerecht und fördert nur den Wettbewerb. Es hat dazu geführt, dass Menschen, die früher einander einfach geholfen haben, jetzt plötzlich hauptsächlich auf ihren eigenen Vorteil achten. Denn das Geld, das man anhäuft, muss man vorher irgendwem abknöpfen, der dann mitunter auf der Strecke bleibt.

Man schaut darauf, dass sich das Geld vermehrt, damit man so viel wie möglich von diesen Zinsen auf dem Bankkonto gutgeschrieben bekommt und damit reicher wird! Wenn sich Geld vermehrt, ohne dass man etwas dafür leisten muss, ist das sehr bequem. Man braucht einfach einiges davon anzuhäufen, es langfristig bei der Bank zu veranlagen und wird mit einem höheren Zinsenbetrag belohnt. Jetzt bleibt aber dieses veranlagte Geld nicht brav in bar auf dem Konto liegen, nein, im Gegenteil, die Banken verwenden es derweil für anderes. Sie verleihen es weiter, spekulieren damit an Börsen, spielen damit wie im Casino und wenn es dumm läuft, ist das Geld anschließend weg bzw. nichts mehr wert. Wir müssen bei diesem Irrsinn mitspielen, ob wir wollen oder nicht. 

Wie gesagt, für mich ist dieses System über kurz oder lang zu kompliziert geworden und zu ungerecht. Wir haben absolut keine Kontrolle mehr über dieses System. Wir wissen nicht, was mit unserem erarbeiteten Geld gemacht wird, ob damit Kriege angezettelt werden, Menschen ausgebeutet werden, wir können es nicht kontrollieren. Es ist möglich, dass wir ein Leben lang brav arbeiten und das Geld zusammensparen, zur Bank bringen und irgendwann ist es plötzlich weg bzw. einfach nichts mehr wert. Dumm gelaufen.

Um zumindest derzeit noch im kleineren Stil aus diesen ganzen Systemen ein Stück weit auszusteigen, wurden die Regionalwährungen geschaffen. Die Regionalwährungen sind nur in einer bestimmten, viel kleineren, Region gültig und halten so die Kaufkraft in dieser Region, was wieder der Wirtschaft im Land zugute kommt.

In Vorarlberg gibt es hier einmal die „Talentewährung“. Das Talentesystem basiert auf einem Tauschsystem, es wird quasi in Zeit bezahlt. Menschen, Vereine, Betriebe können sich registrieren und diverse Leistungen anbieten. Der Gegenwert wird in Talenten angegeben. 100 Talente entsprechen einer Stunde Arbeitszeit. Wenn also eine Person etwas für eine andere macht und dafür 1 Stunde Arbeit hat, werden auf dem Talentekonto jener Person, die eine Leistung erbringt, 100 Talente gutgeschrieben. Mit diesen 100 Talenten kann diese Person wiederum jemanden bitten, etwas für sie zu erledigen. Und so fließen die Talente weiter. Zinsen gibt es bei diesem System Gott sei Dank keine.

Die Menschen, die hier mitmachen und ihre Leistungen anbieten, machen ihre Sachen gerne. Sie bieten wieder Leistungen an, die ihnen Freude machen und weil sie damit anderen Personen etwas Gutes tun können. Bei Talente Vorarlberg sind über 700 Konten angemeldet, hinter denen  - laut Webseite – 1800 Personen stehen.  10000 Geschäfte werden pro Jahr abgewickelt, dies entspricht 27 Geschäftsvorgängen pro Tag. Hier sind auch diese Menschen gefragt, die vielleicht im wettbewerbsorientierten Wirtschaftsleben nicht gefragt sind oder - aus welchen Gründen immer -nicht mithalten können. Wer sich näher für die Talentewährung interessiert, der schaue bitte mal auf www.talente.cc vorbei. Hier gibt es alle wichtigen Infos inklusive der Gelegenheit, mitzumachen und sich zu registrieren.

Zum anderen gibt es auch eine Parallelwährung zum Euro – und zwar den VTaler. 

Auch beim VTaler gibt es keine Zinsen! Er beruht auf einem Gutscheinsystem. Zum Unterschied zu den lokalen Einkaufsgutscheinen (z.B. Am-Kumma-Gutscheine), sind die VTaler-Gutscheine im ganzen Land gültig. Sie sind eine zirkulierende Währung. Das bedeutet, die Gutscheine werden nach der Annahme nicht entwertet, sondern können - wie eben auch herkömmliche Geldscheine – wieder ausgegeben werden, um eben neue Produkte einzukaufen. Um VTaler zu bekommen, muss ein monatliches Abo bestellt werden. Es gibt Abos um EUR 50,--, EUR 100,--, EUR 150,--, EUR 200 und EUR 300,-- monatlich. Als Anreiz zum Einkauf mit VTalern gibt es bei jeder Bestellung einen 3%igen Rabatt auf die monatliche Abosumme. Bestellt werden können die VTaler bei der Allmenda, unter http://www.gmacht.at/category/shops/gutscheine/ bzw. im Abo unter https://tavo.cyclos-srv.net/tavo/do/doPublicCreateMember?groupId=76  . Zwischenzeitlich beteiligen sich in Vorarlberg rund 150 Firmen an diesem System. Wollen die Betriebe die VTaler in Euro zurücktauschen, müssen sie dafür eine Gebühr bezahlen. Aus diesem Grund kaufen die Unternehmen, die bei diesem System mitmachen, verstärkt auch wieder in der Region ein, in dem sie die VTaler wieder ausgeben. So steigt der Wert der VTaler, die regelmäßig zirkulieren, immer weiter an. Unter http://www.allmenda.com/vtaler können die Betriebe abgerufen werden, die teilnehmen.

Durch diese Systeme bleibt das Geld bei den „Kleinen“ und landet nicht bei den „Großen“ (Konzerne, Banken).

Ich hoffe, dass mit der Zeit immer mehr Menschen und Betriebe auf diesen Zug aufspringen und diese Idee unterstützen. So kann sie wachsen und wir können uns ein Stück weit unabhängiger machen und zumindest einen kleinen Bereich schützen vor Finanzkrisen und Bankencrashs. Ein Stück weit aus dem Wahnsinn aussteigen, ich finde, das macht Sinn! 

Montag, 10. März 2014

5. Forum von KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT

Meine Gedanken und Eindrücke zu dieser gelungenen Veranstaltung findet ihr hier:




Bericht
vom
FORUM KONSUMENTENSOLIDARITÄT – JETZT
am 7. März 2014 um 18 Uhr im Sunnahof in Tufers – Göfis
von Silke Giesinger
Hubert eröffnete das 5. Forum und begrüßte die zahlreichen Teilnehmer. Anschließend gab es ein informatives, kurzweiliges und spannendes Impulsreferat zum Thema „REGIONALWÄHRUNGEN – ein Beitrag für eine gerechte Wirtschaft” zu hören. Rolf Schilling als Vertreter von Talente Vorarlberg erklärte uns sowohl, wie die Talentewährung funktioniert, als auch, wo und wie mit dem V-Taler bezahlt werden kann. Sein Vortrag ist ein eigener Blogeintrag wert, den ich irgendwann in den nächsten Wochen verfassen möchte. Nach Abschluss des Vortrages ging Rolf auf die Fragen der Anwesenden ein, während Hubert nebenan den neuen Interessenten unseren Verein präsentiert hat.
Anschließend bekamen die „Gardener“ die Möglichkeit, ihren Teilbereich jeweils vorzustellen. Bei den „Gardenern“ handelt es sich um Einzelpersonen und auch Teams, die jeweils einen Konsumbereich aus dem Konsumkodex betreuen. Sie sammeln Informationen in eben diesem Bereich, sind Anlaufstelle für Informationen, verdichten diese und geben diese weiter.
Mein Kollege Harry berichtete über unsere aktuelle Elektroniksammlung und gab wertvolle Tipps zum Thema Stromsparen und Recycling. Weiters stellte er das Reparaturcafé vor, welches er und seine Arbeitsgruppe in Nenzing auf die Beine stellen wird. Ich präsentierte kurz das Fairphone und die Idee dahinter.
Karl präsentierte seinen Bereich „Energie“ und regte an, eine Energiebuchhaltung zu führen, um ein Bewusstsein über das eigene Konsumverhalten im Bereich Energie zu schaffen. Sein Credo lautet: Zuerst Energie einsparen und dann schauen, wie viel noch gebraucht wird, um den täglichen Bedarf abzudecken. Als weiteren Punkt berichtete er über die Anschaffung von Photovoltaikanlagen und stellte dazu fest, dass die billigste Anlage diejenige ist, die nicht gebaut werden muss.
Florian berichtete über den derzeitigen Stand seines Projektes „Früchte der Freundschaft“, bei welchem es darum geht,  Kontakte zu knüpfen zwischen Menschen, die mehr Obst ernten, als sie selber verwenden können und den Menschen, die selber kein Obst anbauen können, dieses aber gerne verwerten würden.  Es soll eine Brücke zwischen Produzenten und Konsumenten gebaut werden. Schon beim nächsten Forum wird es zu diesem Thema erste Folder geben und Material zur Verfügung stehen, die es ermöglichen werden, eben diese Kontakte zu knüpfen. Florian konnte bereits Unterstützer für dieses tolle Projekt mit ins Boot holen.
Unser Gardener zum Thema „Mobiliät“, Eugen, stellte das Maximo-Ticket von V-Mobil vor, mit dem um EUR 365,– jährlich alle öffentlichen Verkehrsmittel in Vorarlberg benutzt werden können. Zudem wies er darauf hin, dass sehr viele Strecken, die täglich bewältigt werden, in einem Bereich zwischen 5 und 10 km liegen und vieles davon mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewältigt werden kann. Unser Körper ist auf Bewegung ausgerichtet und sollte daher auch regelmäßig bewegt werden, um Gesundheitsschäden vorzubeugen, teilte er uns mit.
Schließlich sprach Barbara noch zum Themenbereich „Brot und Getreide“. Sie erzählte uns von Sonja und Egon Ehrne, die in ihren Feldern in Gisingen Vorarlberger Speisegerste anbauen. Die Gerste kann in der Gerstensuppe verarbeitet werden, weiters kann Gerste wie Reis zubereitet werden oder für Eintöpfe, Aufläufe und Risotto verwendet werden. Aus Gerstenschrot lassen sich auch Breie, Müsli und Laibchen bereiten.
Da Andrea, die für den Bereich Kosmetik und Reinigung zuständig ist, nicht da sein konnte, berichtete Barbara in ihrer Vertretung von den Produkten der Firma Uni-Sapon. Marion Reichart von der Firma Uni-Sapon wird an einem der nächsten Foren anwesend sein und einen Vortrag über biologische Reinigungsprodukte halten. Zusätzlich stellte Barbara das Projekt Windlkind vor. Windlkind bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Wegwerfwindeln und wurde von den rührigen Damen Isolde Adamek und Evi Kettner ins Leben gerufen. Zu finden ist die tolle Initiative unter www.windlkind.at.

Hubert beschloss den offiziellen Teil des Abends mit einem Rück- und einem Vorausblick auf unsere vielfältigen Vereinsaktivitäten.
Anschließend konnten noch Produkte vom Weltladen und vom Martinshof direkt vor Ort eingekauft werden, ein Angebot, das gut angenommen wurde. Broschüren, Beitrittserklärungen, Folder, sowie die Pickerl „Bitte kein unadressiertes Werbematerial“ gab es an unserem Vereinsstand. Wir ließen den Abend noch mit interessanten und wertvollen Begegnungen ausklingen.
Die Veranstaltung hat wieder sehr viel Spaß und Freude bereitet! Immer wieder bin ich erfreut über die herzliche, freundliche Atmosphäre und die anregenden Gespräche, die sich bei diesen Gelegenheiten entwickeln. Tolle Ideen werden ausgetauscht und interessante Impulse gegeben. Veränderung beginnt bei uns selber und jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen!
Wir danken euch herzlich! Es war ein schöner Abend! Weitere werden folgen :-)!

Samstag, 15. Februar 2014

Gedanken zur Nachhaltigkeit und aktuelle Veranstaltungshinweise

Hallo zusammen!

Zu meinem letztwöchigen Blogeintrag möchte ich noch ergänzend anführen, dass ich selbstverständlich auch die Annehmlichkeiten des Internets schätze. Ich nutze es sehr, sehr viel, um mir Informationen zu beschaffen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben und um Musik zu hören, bzw. mir auf Youtube interessante Videos anzuschauen. Ich könnte mir ein Leben ohne Internet auch kaum mehr vorstellen. Was ich einfach aufzeigen wollte, ist, dass es halt wie bei allem zwei Seiten gibt … die Gute und die Schlechte. Die Dinge kritisch zu hinterfragen, ist oftmals anstrengend und unangenehm, aber es verhindert teilweise auch, dass man zu sehr von anderen Menschen und Ideologien manipuliert wird und womöglich ahnungslos in ein Unglück läuft. Diese Welt ist einfach unglaublich komplex und undurchschaubar. Wir hätten alle gerne Sicherheit, aber sie ist eine Utopie, das Leben ist einfach nicht zu kontrollieren. Die Kunst ist es wohl, sich an die jeweiligen Gegebenheiten gut anzupassen und zu üben, mit dieser komplexen Welt zurechtzukommen, ohne aber innerlich zu erstarren und das Gefühl zu haben: Ich kann eh nix tun. Ich kann eh nix verändern, wer bin ich schon? Jeder von uns ist ein Rädchen im System und kann etwas für die Lebendigkeit, die Erhaltung des Planeten, für das wertschätzende Miteinander beitragen. Auch die kleinen Dingen sind super – ein liebes Wort, ein Lächeln, eine Bahnfahrt, eine Reparatur eines älteren Gerätes, anstatt etwas Neues zu kaufen, das Pflanzen eines Baumes, der Verzicht auf die Plastiktüte. Es gibt Millionen von Möglichkeiten … wichtig ist es, nicht zu verzagen und plötzlich alles nur noch negativ zu sehen, sondern einfach kleine, überschaubare Schritte zu setzen und die Schönheit dieses Lebens nicht aus den Augen zu verlieren.

Hier habe ich noch Veranstaltungstipps für euch:

Am 7. März 2014 seid ihr alle herzlich eingeladen zum "5. Forum Konsumentensolidarität Jetzt" im Sunnahof in Tufers in Göfis. Beginn ist um 18.00 Uhr. Gernot Jochum-Müller von Talente Vorarlberg wird da sein und uns einführen in die Welt der Regionalwährungen (um vorab mehr Informationen über den Talenteverein zu bekommen, folgt bitte dem blau unterlegten Link). Weiters werden wir wie immer unseren Verein präsentieren. Erstmals können auch Produkte vom Weltladen vorbestellt und am 7. März 2014 direkt beim Forum bezogen werden. Florian Fulterer wird über den Verlauf des Obstbäumeprojektes berichten und wir werden Ideen und Vorschläge für unseren jährlichen Konsumkodex gemeinsam mit den Anwesenden erarbeiten. Wenn ihr Zeit habt, schaut doch vorbei. Ihr könnt immer wieder etwas mitnehmen von diesen Treffen und neue Menschen kennenlernen. Und – es sind alle Interessierten eingeladen, Vereinsmitglied zu sein oder auch zu werden, ist definitiv keine Voraussetzung!

Weitere interessante Veranstaltungen zum Thema „Nachhaltigkeit“ bietet auch die Gemeinwohl-Ökonomie-Vorarlberg, zu finden unter http://vorarlberg.gwoe.net/mitmachen/. Diese Veranstaltungen finden im Bildungshaus St. Arbogast in Götzis statt.

Auch die Bodenseeakademie in Bregenz hat einiges im Programm, zu finden unter http://www.bodenseeakademie.at/anlaesse_und_einladungen.html

Nicht zu vergessen die Veranstaltungen von Harry's Arbeitsgruppe "Bewahrung der Schöpfung" in Nenzing, zu finden unter http://www.pfarre-nenzing.at/index-bewds.htm. Unter diesem Link findet ihr auch eine tolle Nahversorgerliste für das Oberland! 

Sucht euch raus, was euch interessiert, schaut vorbei und lasst euch inspirieren! Und vergesst nicht: Die kleinen Dinge zählen!

Herzlichst,

Silke

Samstag, 19. Oktober 2013

Konsumkodex 2014

In diesen Tagen wird  dem Regionalen Konsumkodex 2014 der Endschliff verpasst, damit er Ende Oktober herausgegeben werden kann. Das veranlasst mich, heute über den Konsumkodex  zu schreiben.

Worum handelt es sich hier?

Der Konsumkodex ist eine Sammlung von Informationen, Ideen, Adressen, Tipps zum Thema „Nachhaltiger Konsum“. Er besteht aus all den Informationen, die wir in den letzten 2 Jahren zusammengetragen und gesammelt haben. Wann immer jemand von einer neuen Adresse erfährt, wie z.B. einem Bioladen, bei dem man saisonale Produkte aus der Region erstehen kann oder von einem Reparaturcafé, welches irgendwo in Vorarlberg aufgebaut wird, tragen wir das zusammen und fügen es dem Kodex hinzu.

 Der Kodex ist in folgende Bereiche aufgeteilt:

  •            Lebensmittel
  •            Energie
  •            Verkehr/Mobilität
  •            Kleidung/Textil         
  •            Finanzen
  •            Kosmetik/Reinigung
  •            Wohnen
  •            Papier
  •            Elektronik
  •            Reisen/Tourismus
  •            Verpackung

All diese Themen sind wiederum in Unterpunkte aufgegliedert (bei Lebensmittel sind das z.B. Getreide, Fleisch, Fisch, Obst etc.). Für jeden dieser Bereiche soll ein kleines Team zuständig sein, welches die Informationen zu diesem Thema sammelt, sortiert und verdichtet. Viele Menschen sind ja schon beruflich in einem der oben erwähnten Bereiche tätig  und können bereits ein großes Wissen mitbringen. Das ist ein wunderbares Potenzial. Dieses Wissen kann dann an andere weitergegeben werden über den Weg des Konsumkodex. So wird der Kodex Jahr für Jahr reicher an Informationen und entwickelt sich zu einem wichtigen Instrument, welches als wertvolle Informationsquelle im Alltag dient.

Aber mit dem regionalen Konsumkodex ist es nicht ganz getan. Damit der Kodex verbindlicher wird, wandelt jeder von uns daraus seinen persönlichen Konsumkodex ab. Das bedeutet, dass sich jeder einzelne überlegt, was er im Jahr 2014 gerne umsetzen möchte. Vielleicht entscheidet sich jemand, auf Ökostrom zu wechseln, ein anderer möchte gerne öfters Bus fahren. Wir stecken uns Ziele und nehmen uns vor, diese umzusetzen. Wenn’s nicht klappt, passiert nichts, keine Bange. Jeder macht dies für sich. Es geht einfach darum, sich bewusst mit diesen Konsumthemen auseinanderzusetzen, sich Zeit nehmen, nachdenken,  Entscheidungen treffen und dann diesen Weg zu gehen. Um etwas zu erreichen, ist es wichtig, sich zu überlegen, was man möchte. Es tut auch gut, wenn man das Ganze schriftlich festhält. Ich finde, es hilft, dranzubleiben. Und es ist auch spannend, am Ende des Jahres nachzuschauen, welche Ziele erreicht worden sind und welche sich nicht umsetzen ließen.  

In meinem Leben haben sich doch gewisse Dinge verändert in diesem Jahr. Ich ernähre mich gesünder, esse mehr Gemüse und weniger Fleisch. Fertigprodukte kommen nur noch selten auf den Tisch. Und ich benutze mein Fahrrad viel öfter wie früher. Ökostrom beziehe ich jetzt auch. Ich habe neue Läden, in denen ich jetzt einkaufe und ich war in diesem Jahr kein einziges Mal im Messepark. Auf das Flugzeug habe ich heuer auch verzichtet.

Ich weiß, das ist alles noch viel zu wenig, mein ökologischer Fußabdruck besagt, dass es  immer noch zwei Planeten bräuchte, wenn alle Menschen dieser Welt so viele Ressourcen verbrauchen würden wie ich. Darin liegt noch Verbesserungspotenzial. So nehme ich das als Ansporn für das kommende Jahr, um wieder neue Ziele zu erreichen.


Wie immer lautet mein Credo:  Ich bleibe dran! 


Sonntag, 22. September 2013

Über "Konsumentensolidarität Jetzt"


Der Verein „Konsumentensolidarität Jetzt“ ist in Vorarlberg beheimatet. Wir engagieren uns für ein Konsumverhalten, welches sozial, gerecht und ökologisch ist.

In Anbetracht der Situation,
  • dass viele Menschen immer ärmer werden und wenige Reiche immer reicher,
  • dass viele große Konzerne unsere Ressourcen plündern, die Umwelt immer mehr zerstören und es mit unlauteren Methoden schaffen, möglichst wenig Steuern zu zahlen, um damit noch mehr Reichtum auf Kosten der Umwelt und der Menschheit anzuhäufen,
  • dass wir reichen Nationen mit unserem Wohlstand und Bedürfnis nach immer mehr Luxus und Konsum einen wesentlichen Anteil daran haben, dass Menschen in anderen Erdteilen einen hohen Preis dafür bezahlen müssen, indem sie ausgebeutet, sowie unter schrecklichen Bedingungen arbeiten müssen und dafür höchstens einen Hungerlohn erhalten,
setzen wir ein Zeichen, um diesen Entwicklungen – im Rahmen unserer Möglichkeiten – etwas entgegenzusetzen.

Jährlich entwickeln wir einen Konsumkodex, mit Ideen und Tipps für einen nachhaltigeren Konsum. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns seinen Beitrag für eine gerechtere und ökologischere Welt leisten kann. Das Sammeln und die Umsetzung dieser Ideen, haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Indem wir Menschen eine Plattform bieten, miteinander nachzudenken, zu kommunizieren, Informationen auszutauschen, können sich daraus spannende und freudvolle Synergien entwickeln, die dann wieder zu innovativen Ideen führen, welche dann wiederum in bewusstes Handeln umgesetzt werden. Unsere Arbeit soll Menschen zusammenführen, die gegenseitige Wertschätzung für unsere Mitmenschen und unseren Planeten fördern und vor allem auch Spaß machen. So können wir gemeinsam Großes bewegen! Denn, um es in Prof. Dr. Dr. h.c. Ernst Ulrich von Weizsäcker Worten zu sagen:

“Konsumenten sind Entscheider. Über das, was sie wollen und was nicht.
Tun sie sich zusammen, entscheiden sie über den Kurs der Wirtschaft!”