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Freitag, 11. Juli 2014

Über den Hunger in der Welt

Kürzlich habe ich mir das Buch „Wir lassen sie verhungern“ von Jean Ziegler aus der Bibliothek in Götzis ausgeliehen. Die Informationen zu diesem Eintrag habe ich zu einem größeren Teil aus diesem absolut lesenswerten Buch bezogen.

Blankes Entsetzen macht sich in mir breit, während ich darüber lese, wozu die menschliche Spezies fähig sein kann, wenn es um die Gier nach Macht und Profit geht.

Um ein Beispiel zu nennen:

Während des 2. Weltkriegs erarbeiteten Hitler und seine Schergen einen systematischen Hungerplan. Die Bevölkerung wurde eingeteilt in „Gut ernährte Bevölkerungsgruppen“, „Ungenügend ernährte Bevölkerungsgruppen“, „Hungernde Gruppen“ und zur „Vernichtung durch Hunger bestimmte Gruppen“. Letztere bekamen gar nichts mehr zu essen, wurden zu Tausenden in Gefängnisse eingepfercht, wo man sie dann systematisch verhungern ließ. Ihr Todeskampf dauerte mitunter drei Wochen. Die Zahl der Toten wurde in Lagerbüchern festgehalten und alles genau dokumentiert. Die Nazis waren penible Buchhalter.

Aber auch heute wird auf diese Weise systematisch Krieg geführt, z.B. in Syrien. „Wenn Rebellen trotz wochenlanger und sogar monatelanger Bombardierung nicht aufgeben, werden sie umzingelt und systematisch ausgehungert“, ist in diesem Bericht der Zeitung "Die Welt" zu lesen.

Nicht nur in Kriegsgebieten wird der Hunger als strategisches Mittel eingesetzt. „Lediglich zehn Unternehmen – darunter Aventis, Monsanto, Pioneer und Syngenta – beherrschen ein Drittel des Saatgutmarktes und 80% des Pestizidmarktes. Zehn weitere Konzerne, darunter Cargill, kontrollieren 57% des Absatzes der 30 größten Einzelhandelsketten der Welt. Sechs Unternehmen teilen 77% des Düngermarktes unter sich auf: Bayer, Syngenta, BASF, Cargill, DuPont, Monsanto“, schreibt Jean Ziegler in seinem Buch.

Wir können uns so ein Bild machen, welch konzentrierte Macht diese wenigen milliardenschweren Großkonzerne haben. Sie besitzen eine riesige Flotte an Transportmitteln, Lagerflächen, schweres Gerät zur industrialisierten Erzeugung von Nahrungsmitteln. Wollen sie den Preis für ein Nahrungsmittel in die Höhe treiben, ist es ihnen ein Leichtes, Grundnahrungsmittel zu rationieren und der Bevölkerung nicht mehr zugänglich zu machen. Ebenfalls verfolgen sie die Strategie, Nahrungsmittel günstig in ein Entwicklungsland zu exportieren und damit die lokalen Strukturen zu zerstören, nur um dann den Preis wieder zu erhöhen. Die CEO’s dieser multinationalen Agrarkonzerne sitzen in ihren luxuriösen Büros und dürfen jeden Tag darüber entscheiden, wer auf diesem Planeten lebt und wer stirbt. Diese Strategie erinnert mich an Hitlers perfiden Hungerplan.

Jene großen Konzerne mit ihren Lobbyisten wehren sich erfolgreich gegen das Menschenrecht auf Nahrung. Deren Strategie lautet: Nur durch den freien Markt kann dem Hungerproblem beigekommen werden. Durch mehr Produktivität soll der Hunger ausgerottet werden und nur sie allein könnten dies bewerkstelligen. Dumm nur, dass diese Konzernbosse nur den Profit im Auge haben. Es geht ihnen nicht darum, allen Menschen den Zugang zu Nahrung zu verschaffen. Den Hunger auszurotten ist nicht ihr Ansinnen. Stattdessen lautet ihre oberste Maxime, möglichst viel Profit zu machen, sich grenzenloses Vermögen zu verschaffen und damit die totale Kontrolle innezuhaben. Dies wird nicht durch eine gerechte Nahrungsmittelverteilung erreicht, sondern durch eine gezielte Politik mit dem Hunger, indem sie Menschen Nahrungsmittelreserven entziehen, um die Preise in die Höhe zu treiben. Und dadurch, kleine lokale Märkte (zB Geflügelzucht in Kamerun) zu zerstören, um auch diese Bevölkerungsgruppen dazu zu zwingen, in diesem Fall billiges Fleisch zu importieren und sie dadurch abhängig und gefügig zu machen. Dass Menschen dabei hungern und sterben, wird unter den Tisch gekehrt. Konzern-Mogule, die nur Dollarzeichen im Kopf haben und nie hungern mussten, lachen höchstens darüber. Die Fähigkeit zu Empathie und zu Mitgefühl ist ihnen in ihrem Wahn nach Macht größtenteils völlig abhanden gekommen.

Was können wir jedoch tun?

Wir können hellhörig sein. Wir leben in einer Demokratie und besitzen das Privileg, auf die Straße gehen zu dürfen, um gegen die Praktiken dieser Agrarriesen, wie Monsanto, Cargill & Co zu demonstrieren, ohne Angst haben zu müssen, deswegen verhaftet zu werden. Wir haben die Möglichkeit, uns gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der USA und der EU mit dem Namen TTIP zu wehren. Auf die Politiker können wir uns nicht verlassen, leider beweisen und besitzen diese wenig Macht und wenig Rückgrat gegenüber den Konzernriesen.

Wir können dafür sorgen, dass unsere Herzen nicht erkalten. 7 Milliarden Menschen leben derzeit auf diesem Planeten, die Zahl der Hungernden liegt bei 842 Millionen Menschen. Jeder Einzelne davon ist einer zu viel. Würde die Nahrung dieser Welt gerecht verteilt werden, könnten sie alle gerettet werden. Institutionen, wie Caritas, Welthungerhilfe, Care Österreich oder Ärzte ohne Grenzen sammeln Geld und bringen es dorthin, wo die Not am Größten ist. Hin und wieder einen Betrag zu spenden, tut den meisten von uns nicht weh.

Und wir können die lokale Wirtschaft fördern, indem wir Produkte aus der Region kaufen. Dieses Geld bleibt in der Region und kommt nicht irgendwelchen Großkonzernen zugute. Wir sollten zusammenhalten und stark sein, um uns wirksam gegen die Machenschaften dieser großen Kriminelle zu verteidigen, ganz nach dem Motto:

„Wenn die Wenigen weniger haben, haben die Meisten mehr“.

Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten. Lasst uns dies tun. 

Samstag, 4. Januar 2014

Silvesterfeuerwerk

Ein frohes, glückliches, gesundes, friedvolles neues Jahr wünsche ich euch allen! Willkommen im Jahr 2014! 

Wie habt ihr so den Jahreswechsel verbracht? Lieber still und gemütlich innerhalb der Familie? Oder auf einer Party mit vielen Freunden? Feuchtfröhlich, mitunter mit einem ordentlichen Kater am 1.1.? Oder mit einer Tasse feinem Tee bei einem DVD-Abend? Egal wie, ich hoffe, ihr hattet einen guten Rutsch!

Ich habe immer wieder Mühe mit diesen Jahreswechseln. Als doch sehr introvertierter Mensch kann ich mit Partys meistens wenig anfangen. Noch schwerer tue ich mir mit den Böllern! Diese Knallerei ist nicht meins, wobei ich das Gefühl hatte, dass dieser Jahreswechsel heuer bedeutend ruhiger vonstatten ging als in den Vorjahren. Das mag wohl daran liegen, dass die Schweizer Kracher verboten wurden! Tolle Geschichte! 

Ich habe Verständnis dafür, dass viele Menschen ihre Freude an Feuerwerkskörpern haben, das bunte Farbenspiel am Himmel ist schon beeindruckend! Weniger entzückt sind sicherlich die meisten Tiere, die vielfach Panik bekommen und sich nicht mehr auskennen. Obwohl  ich Gott sei Dank bislang keinen Krieg miterlebt habe, ist mir bei den vielen Explosionen und dem Geknalle unbehaglich zumute ... ob sich ein Kriegsschauplatz nicht so ähnlich anhört wie die Silvesternacht? Ich weiß es Gott sei Dank nicht …

Auch wenn sonst im Land viele über zu hohe Preise und zu wenig Geld in der Brieftasche und auf dem Bankkonto klagen, werden hier von vielen keine Kosten und Mühen für ein großartiges Feuerwerk gescheut. Schließlich will man sich ja auch etwas gönnen … wieder eine Art Konsumwahn, mit der ich wenig anfangen kann.

Aus den Medien habe ich erfahren, dass sehr viele Menschen mindestens EUR 100,-- in Feuerwerkskörper stecken, österreichweit sind es an die 10 Mio. Euro, die da innerhalb weniger Stunden verpulvert werden. Für mich stellt sich da die Frage, woher wohl all diese Feuerwerkskörper herkommen mögen und unter welchen Bedingungen sie wohl hergestellt werden.

Ich versuche, es herauszufinden mithilfe des Internets. Die Informationen sind allerdings dürftig. Ich stoße mehrmals auf einen Artikel der christlichen Organisation „Jugend eine Welt“.

75% der Feuerwerkskörper werden aus anderen Kontinenten importiert, heißt es da. Nur knapp 25% der Ware stammt aus Europa. Kinderarbeit steht in Asien an der Tagesordnung und immer wieder kommt es zu schweren Unfällen in den Produktionsstätten. Die meiste Ware kommt aus Ländern wie China oder Indien. Teilweise arbeiten 10 – 12-jährige schon mehr als 13 Stunden am Tag an den Feuerwerkskörpern. Da kann man sich ausdenken, dass dabei öfters mal etwas schiefgeht und es zu schweren Verletzungen und auch Todesfällen kommt. Durch den direkten Kontakt mit Schwefel, Aluminium- und Schwarzpulver erkranken zudem viele Arbeiter an Krankheiten wie Tuberkulose und Asthma.

Für viele Menschen ist die Produktion von Feuerwerkskörpern der einzige Weg, etwas Geld zu verdienen. Ich glaube, es liegt in der Verantwortung der "Händler mit Feuerwerkskörpern", beim Einkauf ihrer Ware auf menschenwürdige Produktionsbedingungen zu achten. Produktionsbedingungen, bei denen die Sicherheit der Arbeiter an erster Stelle steht. Raketen, die ohne die Hilfe von Kindern gefertigt wurden. Und wie auch in allen anderen Branchen sollte unsereins bereit sein, für die Ware ein paar Euro mehr zu bezahlen, damit in den Produktionsländern Mindeststandards eingehalten werden und Menschen bestmöglich geschützt werden.

Wie gesagt, dass Schweizer Kracher im Vorjahr verboten wurden, finde ich wunderbar! Es mag noch ein paar Jahre dauern, bis der Altbestand aufgebraucht ist, aber nach und nach wird es etwas leiser werden zu Silvester! Man konnte es meines Erachtens schon wahrnehmen. Und mit dem ein oder anderen Unverbesserlichen, der sich die Böller illegal beschafft oder selbst bastelt, die Dinger unter anderem in Briefkästen zündet, und der sich dabei mitunter schwere Verbrennungen zuzieht, habe ich wenig Mitleid. Meinen Respekt haben dagegen die Menschen, die die Sauerei wegräumen müssen und dafür an diesen Tagen fast rund um die Uhr im Einsatz waren. 

Wie würde es hier wohl ausschauen, wenn es nicht Straßenkehrer und "Müllabfuhrbedienstete" gäbe, die den Müll wegräumen und unsere Straßen und Wiesen von dem ganzen Krempel befreien, den manche Menschen unbekümmert und achtlos einfach dort fallen lassen, wo es ihnen gerade passt? Ich mag mir das nicht ausmalen. 

Sonntag, 15. Dezember 2013

Meine Gedanken zur Veranstaltung "Die 1000 Gesichter der Menschenrechte"

Am Menschenrechtstag, den 10. Dezember 2013, haben sich etwa 20 engagierte Personen in St. Arbogast zu einem spannenden Gedankenaustausch zum Thema Menschenrechte getroffen. Ich habe mich gefreut, dabei sein und den einzelnen Teilnehmern bei ihren interessanten Ausführungen lauschen zu dürfen.

Dabei hat sich mir gezeigt, dass das Thema „Menschenrechte“ extrem vielschichtig ist (nicht umsonst wurde die Veranstaltung mit „Die 1000 Gesichter der Menschenrechte“ betitelt)  und jede Person ihre ganz eigene, interessante Sichtweise miteinbringt. Es waren Vertreter von amnesty international anwesend, aber auch vom Land Vorarlberg, von der Caritas oder Vertreter der Weltläden Vorarlbergs. Es waren auch Menschen dabei, die sich für die Rechte der Asylanten hier in Vorarlberg stark machen, sowie Vertreter von christlichen Vereinigungen, denen die Menschenrechte am Herzen liegen. Auch Harry, Eva und Helmut vom Verein "Konsumentensolidarität Jetzt" waren da, natürlich neben Hubert, unserem Obmann, welcher gemeinsam mit Herrn Josef Kittinger dieses Treffen ins Leben gerufen hat.

Mich hat es berührt, so viele engagierte Menschen aus allen möglichen Bereichen an diesem Abend anzutreffen und ihre Standpunkte kennenlernen zu dürfen.

Die in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“  verankerten Rechte besitzt ein jeder von uns Menschen!  Man erwirbt sie sich nicht, man muss sich diese Rechte nicht erarbeiten, sondern man hat sie vom Tag der Geburt an. „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, heißt es bereits in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, und es ist wohl der berühmteste und vielleicht auch kraftvollste Satz aus dieser Deklaration. Es tut gut, ihn sich ab und zu in Erinnerung zu rufen.

Zeck des Treffens war es, darüber zu diskutieren, wie das Thema „Menschenrechte“ mehr in das Bewusstsein gerufen werden könnte und ob ein jährliches Treffen von Personen, Initiativen und Organisationen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, Sinn macht. Es ging bei diesem ersten Zusammentreffen nicht darum, gleich eine Entscheidung zu treffen, sondern darum, Ideen zu sammeln, um ein gemeinsames „Brainstorming“ also.

Allen Anwesenden war es, wie mir schien, ein wichtiges Anliegen, Bewusstseinsbildung zu betreiben, einen Weg zu suchen, die Bevölkerung Vorarlbergs wieder für Menschenrechtsthemen zu interessieren. Sei es, indem die Menschenrechtsverletzungen in Vorarlberg beleuchtet werden, oder, indem über ganz neue Menschenrechte nachgedacht wird, wie z.B. das Recht auf eine saubere Umwelt oder der Schutz unserer digitalen Daten.

Zu letzterem ist anzuführen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris genehmigt und verkündet wurde. In den letzten 65 Jahren hat sich die Gesellschaft wieder verändert. Der technische Fortschritt hat zum Beispiel ganz rasant Einzug gehalten. Daran denkend würde es meines Erachtens Sinn machen, die Erklärung zu überdenken und gegebenenfalls zu ergänzen.

Ein Teilnehmer merkte an, dass man bei der Diskussion zum Thema Menschenrechte öfters die Aussage zu hören bekomme: „Wir können eh nichts tun“. Es wäre wichtig, diese „Kopf-in-den-Sand-stecken“-Mentalität zum Bröckeln zu bringen und aufzuzeigen, dass es sehr wohl Handlungswege gibt, die Menschenrechte eines jeden Einzelnen zu stärken.

Für mich zählt da an oberster Stelle Mitgefühl und Respekt für jeden Einzelnen. Schon im Umgang miteinander kann auf die Menschenrechte Acht gegeben werden, indem man Rücksicht nimmt, einander zuhört, den anderen ernst nimmt und auch die Wünsche des anderen gelten lässt. Indem man Zivilcourage übt und hin- anstatt wegschaut.

Für mich zählt aber auch dazu, das eigene Konsumverhalten zu überdenken, mir zu überlegen, wo ich was einkaufe und ob ich wirklich so viel brauche, wie ich meine, zu brauchen. Weiters zählt für mich dazu, Petitionen zu unterschreiben, Briefe an Regierungen zu verfassen, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und dafür zu sorgen, dass die Menschen, deren Rechte mit Füßen traktiert werden, nicht vergessen werden. Aber hier soll jeder das tun, was ihm liegt und ihm wichtig ist. Das Thema "Menschenrechte" ist so vielschichtig und es gibt wohl 1000 verschiedene Wege, etwas beizutragen. 

Auch die Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu, die Medien sind ein machtvolles Instrument, um große Bevölkerungsschichten zu erreichen. Gut wäre, wenn dieses Thema in allen Schichten Einzug halten könnte und Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft erreichen würde, vom Manager zum Automechaniker, von der Verkäuferin zur Juristin. Das Thema betrifft gleichermaßen ältere Menschen, als auch junge Menschen, Ausländer und Inländer, egal, welcher Religion, Rasse oder sexueller Orientierung. Es wäre wünschenswert, bei einer Menschenrechtsveranstaltung die bunte Vielfalt von uns Menschen zu präsentieren. Wenn Menschen aus ganz unterschiedlichen Richtungen miteinander in einen respektvollen Austausch kommen, fördert dies das Verständnis füreinander immens und hilft, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Wir sind alle aus demselben Holz geschnitzt und wir sollten zusammenhalten, um gemeinsam die wirklich großen Herausforderungen der heutigen Zeit angehen zu können.

Es wird spannend werden, ob wir es schaffen, gemeinsam hier in Vorarlberg etwas auf die Beine zu stellen und herauszufinden, wie dieses „Etwas“ aussehen könnte. Ich habe jedenfalls am Dienstag gelernt, dass es sehr viele verschiedene Initiativen zum Thema „Menschenrechte“ hier in Vorarlberg gibt und dass diese Tatsache Mut macht und Grund zur Hoffnung gibt. Jede einzelne Initiative ist für sich sehr wertvoll und zeigt, dass Veränderung sehr wohl möglich ist. Gemeinsam – mit den kostbaren Ideen eines jedes Einzelnen - können wir diese Welt wieder ein Stückchen humaner gestalten. 

Sonntag, 8. Dezember 2013

Neuigkeiten zu den Themen Mobilität, Elektronik, Menschenrechte

Heute werde ich wieder über verschiedene Themen schreiben, die großteils an frühere Blogeinträge anknüpfen.

Zuerst ein Nachtrag zur EUR 365,-- Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel für 2014. Die Jahreskarten sind im Vorverkauf erhältlich bei den Bahnhöfen Bludenz, Dornbirn und Bregenz. Weiters sind sie in Feldkirch im Mobilpunkt in der Stadt, sowie in Egg im Impulszentrum erhältlich. Falls keine Möglichkeit besteht, die Karte persönlich in den Vorverkaufsstellen zu holen, kann man sich auch einen Zahlschein zuschicken lassen. Für diesen Fall wendet euch bitte an:

Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal
Herrengasse 14, 6800 Feldkirch
Tel: +43 5522 83951 7310
Fax: +43 5522 83951 7419

Auch vom Gemeindeamt Götzis habe ich schriftlich die Auskunft erhalten, dass es diese Jahreskarte im Meldeamt zu kaufen gibt. Leider stimmt das gar nicht! Daher wendet euch bitte bei Wunsch des Bezugs der Jahreskarte im Vorverkauf an die oben erwähnten Vorverkaufsstellen.

Im Eintrag vom 17.11.2013 habe ich darüber geschrieben, dass amerikanische börsennotierte Konzerne dazu verpflichtet sind, ihre Lieferketten im Zusammenhang mit Konfliktmaterialien offenzulegen. Ich habe erwähnt, dass ich das Ganze für eine sinnvolle Verpflichtung halte, um die Unternehmen für dieses Thema zu sensibilisieren. Inzwischen habe ich allerdings darüber gelesen, dass die ganze Geschichte auch sehr negative und tragische Folgen im Kongo hat. Denn viele Firmen beziehen jetzt aufgrund dieses Gesetzes keine Konfliktmaterialien mehr aus dem Kongo. Für viele Einheimischen war das aber ihre einzige Einnahmequelle und sie haben unter anderem auch durch dieses Gesetz ihre Existenzgrundlage verloren. Dies führt mitunter dazu, dass diese Menschen sich dann – aus purer Verzweiflung-  besonders leicht für die Milizen anwerben lassen und es für sie keine legale Möglichkeit mehr gibt, an Geld zu kommen. In anderen Gebieten können Kinder nicht mehr in die Schule gehen, weil das Geld fehlt. Die Waffen der Milizen stammen offenbar großteils aus dem Ausland. Vielleicht sollte es lieber auf diesem Gebiet bessere Kontrollen geben. Ich weiß es nicht, jedenfalls handelt es sich um ein schwieriges Thema.

Manchmal kann etwas Gutgemeintes leider in eine gegenteilige Richtung ausschlagen und die Folgen sind für die Menschen in den betroffenen Ländern sehr tragisch.

Bei Interesse schaut euch bitte dieses kurze Video an (in englischer Sprache):

Dann habe ich diese Woche noch ein Chatprotokoll gelesen, in dem es um „Grünes Telefonieren“ ging. Jetzt um Weihnachten herum werden womöglich wieder einige Handys und Smartphones gekauft. Ich gehöre ja dazu mit meiner Fairphone-Vorbestellung. Mein Mobiltelefon sollte Anfang Jänner bei mir angeliefert werden.

Folgende Tipps habe ich unter anderem aus diesem Chatprotokoll entnommen:

-      Für die Rückgabe alter Handys gibt es diverse Initiativen, wie die Ö3 Wundertüte (dort werden die Handys an Familien in Not weitergegeben). Auch der Weltladen Bregenz nimmt alte Handys an. Sie werden dort gesammelt und zum fachgerechten Recyclen an die Organisation „Jugend eine Welt“ weitergeleitet. Mit dem gewonnenen Geld werden Jugendprojekte in aller Welt unterstützt. Wenn ihr also ein altes Mobiltelefon abgeben möchtet, bitte denkt an diese Möglichkeiten. 

-       Vielleicht habt ihr aber auch Menschen im Bekanntenkreis, die ein gebrauchtes Mobiltelefon gerne annehmen würden, weil sie sich vielleicht ein Neues nicht gut leisten können oder es schlicht und einfach nicht brauchen. Nicht jeder braucht zahlreichen Schnickschnack, manche wollen mit einem Mobiltelefon schlicht und einfach nur telefonieren oder SMS verschicken. Da tut es ein etwas älteres Handy auch.

-      Womöglich reicht auch euch ein gebrauchtes Handy, wenn das Alte kaputtgeht. Die Herstellung jedes Mobiltelefons verbraucht sehr viele Ressourcen bei der Produktion. Tja, das schreibe gerade ich, wo ich eben mein Fairphone im Mai vorbestellt habe. Damals hat mich der Wunsch getrieben, ein wichtiges Projekt zu unterstützen, aber auch, einmal etwas Hippes und Neues zu besitzen (auch wenn es nach 5 Minuten eh schon wieder alt ist). Tja, da hab ich mich schon sehr von meinen Bedürfnissen treiben lassen, das gebe ich fairerweise zu. Aber jetzt ist es, wie es ist und ich werde die Fairphone-Geschichte weiter verfolgen. 

-      Um bei Handys Strom zu sparen (die Akkus werden ja oft relativ schnell leer) hilft es, das Mobiltelefon oder Smartphone nachts einfach auszuschalten. Weiters kann es ganz hilfreich sein, nicht benötigte Apps zu schließen, denn viele davon sind Stromfresser. Auch WLAN, GPS etc. verbrauchen mehr Strom. Wenn man all das nicht ständig benötigt, wäre es eine sinnvolle Maßnahme, diese Funktionen zeitweise zu deaktivieren. 

-       Bei Neuanschaffungen bitte zuerst durchdenken: Was brauche ich wirklich? Was ist mir wichtig und worauf kann ich verzichten? Wenn ich mit klaren Vorstellungen ins Geschäft gehe, bekomme ich am ehesten das Produkt, das mir am besten entspricht.

-      Und zu guter Letzt: Bei Neuanschaffungen nach austauschbaren Akkus und den Repariermöglichkeiten fragen. Fragt auch, ob es eine Rückgabemöglichkeit für das alte Handy gibt. Viele Fragen stellen - mögen sie auch lästig anmuten - hilft, um auch im Handel ein Bewusstsein für diese Themen zu schaffen und die Händler zu sensibilisieren.

So, das wären wieder meine Worte zum Sonntag.

Nicht vergessen: Dienstag, St. Arbogast – Menschenrechtstag! Schaut doch vorbei, wenn ihr Zeit und Lust habt! Ich werde auf jeden Fall da sein.

Ich wünsche euch einen schönen zweiten Advent und eine gute Woche!

Samstag, 30. November 2013

VMobil und diverse Menschenrechtsthemen

Ich habe wieder einmal Post bekommen!

Und zwar einen Folder vom Verkehrsverbund Vorarlberg über die „Neuen Tarife für Bus und Bahn“! 

Ich habe mir für das Jahr 2014 vorgenommen, öfters auf Bus oder Bahn umzusteigen. Ein Jahresticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel um nur EUR 365,-- pro Jahr zu bekommen, ist super und kommt mir gerade recht! Um nur einen Euro pro Tag ist man für ein ganzes Jahr in Vorarlberg mobil. Wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten mittlerweile für Benzin und Diesel sind und wie viel wir monatlich alleine für Treibstoffkosten verbraten, sind EUR 365,-- im Vergleich wirklich eine sehr preisgünstige Alternative!  Und wir tun etwas Gutes für unsere Umwelt!

Es gibt viele Wege, die wir mittlerweile gut mit den Öffis bewältigen können, sei es der Weg zur Arbeit oder die Anfahrt zu Veranstaltungen. Auch der Sonntagsausflug lässt sich oft mit Bus oder Bahn bewältigen (wenn man denn keine Lust hat, zu Fuß zu gehen). Klar, man braucht mitunter etwas mehr Zeit, aber diese Zeit kann sinnvoll genutzt werden, z.B. mit Lesen oder einfach zum Entspannen bzw. chillen. Viele nutzen die Zeit auch, um sich mithilfe des Handys mit anderen zu vernetzen und ihr Facebook-Account auf den neuesten Stand zu bringen. Während dem Autofahren – vorausgesetzt, man sitzt selber am Steuer - sind diese Dinge aber alle nicht möglich, da man sich auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren muss.

Ich finde dieses Angebot des Verkehrsverbundes Vorarlberg eine tolle Sache und ich möchte es auf jeden Fall nützen und mir so ein Ticket besorgen.

Was mich irritiert, ist der Umstand, dass VMobil dieses Ticket fleißig bewirbt, aber nicht genau angibt, wie man zu diesem Ticket kommen kann. Einen Bestellkupon der Broschüre anzufügen, wäre meines Erachtens eine kluge Sache. Auch eine detaillierte Auflistung der Vorverkaufsstellen wäre hilfreich. Aber ich hab ja noch Zeit, mich schlau zu machen. 


Noch ein Hinweis auf eine Veranstaltung:

Am 10. Dezember 2013 feiern wir (Bildungshaus St. Arbogast und der Verein Konsumentensolidarität Jetzt) den Tag der Menschenrechte und möchten euch zu einer Diskussion einladen! Es wäre super, wenn wir euch in St. Arbogast in Götzis begrüßen dürften!


Die tausend Gesichter der Menschenrechte 
Feiern wir den "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember! 

Di 10. Dezember, 19.15 - 21.30 Uhr 

Die Menschenrechte bilden eine gemeinsame Basis, eine Orientierung für das Handeln von Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen - sowohl religiöser als auch nicht religiöser. Für Menschen guten Willens stellen sie eine nicht hintergehbare Handlungsrichtlinie dar, der sie sich in ihrem Gewissen zutiefst verpflichtet fühlen. 

An diesem Abend stellen wir uns die Frage wie wir die Menschenrechte mehr ins Bewusstsein rufen können und ob ein jährliches Treffen von Initiativen, Personen und Organisationen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, Sinn macht. Wer engagiert sich da eigentlich in Vorarlberg? 

Wir laden dich herzlich zu einem Gespräch darüber ein, ob Interesse an einer jährlichen Feier des Tages der Menschenrechte besteht und wie wir diese gestalten könnten. 

Auf deine Reaktion freuen sich Initiator Hubert Feurstein, Verein Konsumentensolidarität-jetzt!; Josef Kittinger, Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast 

Kontakt hubert.feurstein@consolnow.org


Und noch was:

Bitte nehmt doch teil am amnesty international Briefmarathon! Es kostet nichts, braucht nur wenige Klicks und dennoch können wir Menschenrechtsaktivisten signalisieren, dass wir sie nicht vergessen! Den Regierungen werden wir mit Hunderttausenden von Briefen aus aller Welt mächtig Druck machen und sie wissen lassen, dass wir ihre unfairen Praktiken nicht tolerieren!



Wie immer - ein herzliches Dankeschön für eure Mithilfe! 

Samstag, 9. November 2013

Countdown am Xingu - Gedanken zum Thema Solidarität

Geschichten berühren uns oftmals dann, wenn sie eine persönliche Komponente besitzen. Wenn sich aus nackten, sachlichen Fakten plötzlich Gesichter und Einzelschicksale heraustun. Wenn wir Menschen kennen, die involviert sind, wenn da einer dabei ist, mit dem wir uns irgendwie, z.B. aufgrund der gemeinsamen Herkunft, verbunden fühlen. Dom Erwin Kräutler, Bischof von Xingu, ist so ein Mensch, auf den dies zutrifft.

Bevor ich auf ihn zurückkomme, möchte ich noch ein paar Gedanken zum Thema Solidarität loswerden:

Solidarität kann entstehen, wenn wir bereit sind, uns auf die Schicksale von Menschen einzulassen und willig sind, ihnen zuzuhören und hinzuschauen. Solidarität entsteht meiner Meinung nach, wenn wir uns mit Anderen verbinden und uns mit Hilfe der Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, ein Urteil darüber bilden, was wir für in Ordnung befinden und was dagegen unserer Meinung nach zum Himmel schreit. Wenn z.B. 40 000 Menschen im Amazonas aus ihrer Heimat vertrieben werden, damit dort ein riesiges Staudammprojekt (Belo Monte) realisiert werden kann, mit welchem große Konzerne viel Geld scheffeln können, riecht das für mich verdammt stark nach Unrecht und einer rigorosen Verletzung von Menschenrechten.

Manche Menschen mögen sich jetzt vielleicht denken: Ist doch mir wurscht, was da in Brasilien passiert, schließlich hat das nix mit meinem Leben zu tun, ich hab doch wirklich andere Sorgen! Doch glücklicherweise können sich doch viele Vorarlberger mit dem aus Koblach stammenden Bischof Erwin Kräutler, Bischof von Xingu, identifizieren, der seit 1965 an der Seite des Volkes am Xingu lebt und dort für die Erhaltung ihrer Lebensgrundlage eintritt, sowie mit ihnen FÜR ihre Rechte und GEGEN die Armut kämpft. Dies sorgt für die Verbundenheit, die ich eingangs dieses Textes angesprochen habe. Menschen wie er, die sich sogar von Morddrohungen nicht stoppen lassen und sich unter Lebensgefahr für andere Menschen einsetzen, haben meinen allergrößten Respekt. 

Alleine – ohne das Hinschauen und der Unterstützung der westlichen Welt – können die Menschen am Xingu meines Erachtens diesen Kampf von David gegen Goliath nicht gewinnen.  

Hier kommen WIR ins Spiel. 

Wenn wir - in den reichen westlichen Ländern lebenden Menschen - uns ebenfalls mit den Indigenen im Amazonas solidarisieren, indem wir hinschauen, zusammenstehen, unserem Unmut Ausdruck verleihen, indem wir z.B. an Regierungen schreiben, unsere Politiker bitten, in Brasilien zu intervenieren, können wir viel Aufmerksamkeit erregen und dafür sorgen, dass die großen Konzerne nicht mehr ungestört und im Verborgenen ihr menschen- und umweltfeindliches Zerstörungsprogramm durchziehen können. Wir sorgen dafür, dass begangene Ungerechtigkeiten in der ganzen Welt über die Medien publik gemacht werden und bringen zum Ausdruck, dass Mitmenschlichkeit stärker ist, als die Geldgier und der Größenwahn einiger mächtiger Konzerne!

Dies gilt nicht nur für die Ungerechtigkeiten am Amazonas, sondern für alle Verbrechen, die auf dieser Erde – meistens aufgrund von Geldgier, Rassismus und Größenwahn - begangen werden.  Lasst uns hinschauen, protestieren, zuhören. Lasst uns solidarisch sein mit Menschen, von deren Schicksalen wir hören und die in uns Betroffenheit auslösen. Es kostet uns nicht viel, aber andernorts rettet diese – unsere - Aufmerksamkeit Leben und spendet den Betroffenen vor Ort Hoffnung und Kraft! 

In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Dokumentation „Countdown am Xingu III“ hinweisen, die am 15. November 2013, um 20.00 Uhr im Gemeindesaal DorfMitte in Koblach gezeigt wird. Der Hinweis auf diese Veranstaltung hat mich zum Schreiben dieses Textes heute inspiriert. 

Weiterführende Links: 
Gruppe Koblach am Xingu
Plattform Belo Monte