Sonntag, 29. Juni 2014

Gedanken zum Thema "Geschwindigkeit"


Ist es nicht komisch,

… dass wir zwar immer größere Autos und breitere Straßen haben, mit denen wir schneller von A nach B gelangen, aber wir oft trotzdem immer mehr Zeit für Mobilität aufwenden, da die Distanzen immer größer werden?

… dass wir heutzutage per Knopfdruck sämtliche Informationen erhalten, wir aber trotzdem immer länger vor dem Bildschirm sitzen?

… dass es immer mehr Auswahl beim Einkaufen gibt, es uns aber trotzdem – und gerade deswegen – immer schwerer fällt, eine Entscheidung zu treffen?

… dass wir bei all dem Wohlstand, den wir haben, so beschäftigt und abgelenkt sind, dass uns die Zeit und die Fähigkeit (Muße) zum eigenständigen und kritischen Denken, sowie zum Stillsein und Nichtstun abhanden kommt?  

… dass wir uns immer mehr gehetzt fühlen in einer Umgebung, die alles immer zur Verfügung stellt?


Es ist doch paradox: Wenn z.B. Transportmittel immer schneller werden, müsste doch im Umkehrschluss mehr Zeit für Muße und zum Genießen übrigbleiben, wir müssten entspannter und zufriedener sein. Wenn uns immer mehr Informationen innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen, müssten wir doch auch immer klüger werden und das auf relativ einfache und bequeme Weise.

Was passiert wirklich, wenn die Geschwindigkeit stetig erhöht wird?

Meines Erachtens geht mit der Erhöhung des Tempos immer auch eine Erhöhung der Anforderungen und Bedürfnisse einher. In dieser Welt des „ALLES IMMER“ wird es laut meiner Empfindung zusehends schwieriger, mit den kleinen Dingen zufrieden zu sein und bescheiden zu bleiben. Auch das Stillwerden wird schwer, Langeweile wird kaum mehr ausgehalten. Ständig hat man das Gefühl, etwas tun zu müssen und fühlt sich gehetzt. Und es reicht trotzdem nie.

Anstatt dass man sich nach der rasanten Erledigung einer Aufgabe entspannt zurücklehnt, stürzt man sich schon auf das nächste Abenteuer. Ganz nach dem Motto: Wer stehenbleibt, verliert.

Wo die Geschwindigkeit erhöht wird, entsteht die Gier nach „mehr“. Zudem steigt der gesellschaftliche Druck – um angesehen zu sein, sollte man möglichst jeden Trend mitmachen. Begehrt sind die Menschen, die viel zu berichten haben, die Abenteuerlustigen, die möglichst viel erleben, worüber sie erzählen können. Oder Personen, die möglichst viel besitzen, was sie dann begeistert vorzeigen können.

Auf Geburtstagsfeiern, Firmenfesten, Klassentreffen, Verwandtschaftstreffen und sonstigen sozialen Anlässen geht es oft um Selbstdarstellung. Ich fühle mich dann schuldig, weil ich so ein „langweiliges“ Leben führe. Wenn man keine Kinder, ja nicht mal über einen festen Freund verfügt und auch über keine ausgiebigen Reisen berichten kann und auch keine neuen Schuhe oder ein neues Haus gekauft hat, ist man schon ziemlich out und gilt als ziemlich langweilig, vielleicht sogar als depressiv oder sozial gestört.

Meiner Meinung nach wird in dieser schnelllebigen Zeit verlernt, zur Ruhe zu kommen, still zu sein, sich treiben zu lassen, sich zu langweilen, zu beobachten und nachzudenken. Auch die Kreativität wird nicht gefördert, weil einfach alles vorgegeben ist und die Motivation zur Kreativität, zum Selbstdenken und Handeln dadurch nicht gefördert wird.

Ohne Kopfhörer, TV, Computer, Telefon hält man es oft kaum mehr aus.  Durch die hohe Geschwindigkeit schleicht sich sehr schnell das Gefühl ein, etwas Wichtiges zu versäumen, wenn diese „Instrumente“ nicht zur Hand sind. Das kann ganz schön Angst und Stress machen. Auch die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und dranzubleiben, verkümmert zusehends. Wir leiden zwar alle unter den ständigen Unterbrechungen, ganz besonders in der Arbeitswelt, tun uns aber trotzdem schwer, uns abzugrenzen. Ich vermute, dies geschieht aus der Angst, durch diese Maßnahme als unkollegial zu gelten, als zu wenig leistungsfähig dazustehen und auch aus der Sorge darüber, etwas Wichtiges zu verpassen und dadurch auch Fehler zu riskieren.

Aber ist unser Organismus darauf ausgelegt, ständig auf Empfang zu sein? Halten wir diesen Wirbel auf Dauer überhaupt aus? Die Erfahrungen im Leben zeigen, dass wir irgendwann kapitulieren und es einfach nicht mehr geht. Bei mir kommt dieser Moment relativ rasch, was ich als gute Burnout-Prävention interpretiere. Ich sitze dann da und die Tränen rinnen mir übers Gesicht. Ich weine dann den ganzen Druck aus mir raus, ein für mich unkontrollierbarer Vorgang, der dann meistens stundenlang dauert. Erschöpft gehe ich dann ins Bett und am nächsten Tag ist der Spuk normalerweise wieder vorbei. Zurück bleibt Nachdenklichkeit und der Wunsch nach Veränderung und weniger Perfektionismus und einer Reduzierung der Geschwindigkeit in meinem täglichen Tun.

Das Leben ist wie eine Waagschale. Wenn auf der einen Seite Geschwindigkeit, Perfektionismus, Konsum, Multitasking, die Angst davor, was andere denken, herausgenommen wird, wiegt die andere Waagschale, gefüllt mit Gelassenheit, Lebenszufriedenheit, Ruhe und Achtsamkeit irgendwann immer schwerer. Und das kann uns nur gut tun. 

Einfach ist es aufgrund unserer Konditionierung nicht. Aber es lohnt sich, daran zu arbeiten. 

Samstag, 14. Juni 2014

Bericht vom 6. Forum "Konsumentensolidarität Jetzt" am 13. Juni 2014

Am 13. Juni 2014 konnten wir wieder viele interessierte und engagierte Gäste bei unserem 6. Forum „Konsumentensolidarität Jetzt“ im Freihof in Sulz begrüßen. Mich freut es besonders, dass es immer wieder zu zahlreichen angeregten Diskussionen und einem regen Austausch von Informationen zwischen allen Beteiligten kommt. Das zeigt mir, dass sich die Menschen bei unseren Veranstaltungen wohlfühlen. Sie sprechen lebhaft miteinander und gehen am Ende des Abends mit neuen Erkenntnissen und einem geschärften Bewusstsein für Umweltthemen heim. Diese Dynamik an solchen Abenden und die herzliche Atmosphäre faszinieren mich immer wieder.

Lasst mich euch berichten, was der gestrige Abend alles zu bieten hatte:

Nach einer kurzen Einführung durch Hubert standen drei sehr interessante Vorträge auf dem Programm. Den Anfang machte Anton Walser von der Metzgerei Walser/Meiningen. Er schilderte zu Beginn seines Vortrags die Entstehungsgeschichte seiner Metzgerei. Die Metzgerei Walser führt eine hauseigene Schlachtung durch, was soviel bedeutet, wie: Die Tiere werden von regionalen Bauern immer montags lebend angeliefert und dann vor Ort – ohne unnötigen Stress für die Tiere – geschlachtet. Bei Walser wird der Direktkontakt zu den Bauern großgeschrieben und Tiere, die nicht anständig gehalten wurden, werden nicht angenommen. Somit wird auch ein Stück weit Erziehungsarbeit bei den Bauern geleistet. Anton Walser scheute auch nicht davor zurück, uns den Schlachtungsprozess zu schildern. Meines Erachtens ist es wichtig, darüber zu reden und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Fleisch nun einmal von vormals lebenden Tieren stammt und diese zuerst getötet werden müssen, damit wir die besten Stücke davon verzehren können. Der Rest wird unter anderem zu Wurst verarbeitet. Die Namen der Bauern, welche die Tiere liefern, werden pro Woche auf der Internetseite der Metzgerei Walser veröffentlicht. Sie stammen alle aus Vorarlberg. Dies sorgt für Transparenz, Ehrlichkeit und einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem sensiblen Thema. Das verarbeitete Fleisch wird in den Läden der Metzgerei Walser verkauft, 98% der Ware stammt aus Vorarlberg, nur die restlichen 2% stammen zur Abdeckung für Spitzenzeiten aus Zukäufen von anderen Bundesländern (Oberösterreich). 

Als zweiten Vortrag lauschten wir gebannt den Schilderungen von Marion Reichart, Geschäftsführerin der Firma Uni Sapon.  Bei Uni Sapon handelt es sich um ein Familienunternehmen, welches seit 1984 auf dem Gebiet der Entwicklung und Erzeugung umweltschonender Reinigungsmittel tätig ist. Auch Marion schilderte die Entstehungsgeschichte ihres Unternehmens und berichtete anschaulich von der Pionierarbeit, die ihr Vater, Franz Reichart, im Keller des Einfamilienhauses auf diesem Gebiet leistete. Er entwickelte bereits 1980 eine Schmierseife aus reinen Naturstoffen und fuhr anfangs von Haus zu Haus, um sein Produkt unter die Menschen zu bringen und zu verkaufen.  Später folgten weitere Produkte, welche jetzt unter dem Namen „Uni Sapon“ an zahlreichen Orten erhältlich sind. Uni Sapon unterhält ein „gestrafftes Produktsortiment“, was bedeutet, dass es nur 4 Reinigungsmittel  als Konzentrat gibt, welche in Kombination mit nur wenigen Zusatzstoffen vom Kunden selber zu dem entsprechenden Produkt gemischt werden. Die Anleitungen dafür gibt es auf den Sprühflaschen zu finden, die ebenfalls von Uni Sapon verkauft werden. Weiters verfolgt die Firma ein „Null-Müll-Konzept“. Es wird nur 1x vom Kunden ein Fläschchen mit dem Konzentrat erworben. Es gibt in Vorarlberg zahlreiche Nachfüllstationen, bei denen der Kunde das Konzentrat nachfüllen kann, sobald die Flasche leer ist – ohne dass er damit einen neuen Behälter kaufen müsste. Die Firmen, die als Abfüllstationen dienen, erhalten die Konzentrate in Kanistern, welche ebenfalls an Uni Sapon zurückgegeben und wiederverwendet werden. Ich bin von solchen Konzepten begeistert und hoffe, dass diese auch in anderen Bereichen Schule machen.

Als dritte Vortragende konnten wir Isolde Adamek und Evi Kettner von der neu gegründeten Firma Windlkind gewinnen. Wer Isolde kennt, weiß bereits: bei diesen Vorträgen gibt es immer viel zu schmunzeln! Sie ist eine Frau, die sich mit Leib und Seele für die Rettung unseres Planeten und den Schutz unserer Umwelt einsetzt! In ihrem neuesten Projekt überzeugt sie – zusammen mit Evi – Menschen davon, anstatt auf Einwegwindeln auf Stoffwindeln zu setzen. Diese sind immer zur Hand und man erspart sich den regelmäßigen Gang zum Supermarkt, um sich wieder mit Windeln einzudecken. Für Isolde und Evi gehören Stoffwindeln sehr wesentlich zur Beziehungspflege mit dem Kind. Es handelt sich um ein Zeitgeschenk und schult die Achtsamkeit im Umgang mit dem Baby. Wenn man bedenkt, dass Plastikwindeln-Hersteller damit werben, dass ihre Windeln 12 Stunden trocken halten, heißt dies im Umkehrschluss, dass diese Kinder mitunter auch 12 Stunden lang nicht mehr gewickelt werden und dies zu Berührungsarmut führt. Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder, die behutsam mit Stoffwindeln gewickelt werden, viel Berührung und Achtsamkeit erfahren, mehr zur Ruhe kommen und eine bessere Grundstabilität entwickeln, die für die weitere Entwicklung immens wichtig ist. Dazu kommt der Umweltgedanke – eine Wegwerfwindel benötigt 200 – 500 Jahre zum Verrotten, ein einziges Wickelkind produziert über eine Tonne Windelmüll. Plastikwindeln gelten als eines der größten Umweltprobleme im Bereich des Hausmülls (entnommen von www.windklkind.at). Isolde erzählt mit einem Augenzwinkern, dass das Waschen, Aufhängen und Falten der Windeln nur ca. 20 Minuten täglich benötigt und eine Art Meditation sei, ähnlich wie Qigong. Zum Schluss gab es dann noch einen Appell an alle Männer: Stoffwindeln aufhängen sei sexy und mache den Frauen Appetit auf mehr …  hmm, ich kann mir gut vorstellen, dass da etwas dran ist :-).

Im Anschluss an diese höchst interessante und lebendige Vortragsrunde gab es die Gelegenheit, sowohl mit den Vortragenden, als auch mit weiteren Firmen (Martinshof/Weltladen) und auch mit den Gardenern/Gärtnern in Kontakt zu treten. Bei den Gardenern handelt es sich um Teams, die jeweils einen Konsumbereich betreuen und ein spezielles Augenmerk auf diesen Bereich legen. So waren Eugen Galehr vom Bereich „Verkehr“, Hanni Lins vom Bereich „Gemüse“, sowie Harry und ich für den „Elektronikbereich“ anwesend, während Barbara unseren Vereinstisch mit dem Infomaterial betreute. Es folgte ein reger und lebhafter Informationsaustausch zwischen allen Anwesenden.

Und – zu guter Letzt – durften alle Vereinsmitglieder die schicken Vereinstaschen von consolnow in Empfang nehmen. Die Taschen wurden von Isolde und ihren Kolleginnen von Sörecycling für unseren Verein entworfen, genäht und bedruckt. Aus alten Jeans gefertigt sind praktische, wunderbare und freche Unikate entstanden, die definitiv als Hingucker dienen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Isolde und ihren Näherinnen für die tollen Kreationen! 

Mit einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Vereinsveranstaltungen seit dem letzten Forum und einem Ausblick auf kommende Termine wurde der offizielle Teil des Abends beschlossen. Gemeinsam ließen wir den Abend in fröhlicher Atmosphäre ausklingen. 

Donnerstag, 29. Mai 2014

March against Monsanto

Letzten Samstagnachmittag in Bregenz:

Ca. 3000 Menschen nehmen an einer Demonstration gegen Gentechnik (Stichwort „Monsanto“), Fracking und das Freihandelsabkommen TTIP teil, welches zwischen der EU und den USA im Geheimen ausverhandelt wird. Die Teilnehmer setzen sich aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten zusammen – Mütter mit Kindern sind dabei, aber auch viele Jugendliche und auch zahlreiche Senioren beteiligen sich am Protestmarsch. Sehr viele haben selbstgebastelte Transparente und Plakate dabei, auf denen Slogans zu lesen sind, wie:

- Stopp Monsanto – das Leben wählen!
- Monsanto – Eat your own shit!
- Wir wollen weder Gentech-Fraß, noch Fracking-Gas!
- Monsanto ist der sichere Tod in unser täglich Brot!
- Wo Konzerne profitieren – Menschen verlieren!

Alle Anwesenden verbindet das Engagement für ein Leben ohne Gentechnik und die Bereitschaft, dafür zu kämpfen und gemeinsam auf die Straße zu gehen.

Es war ein kraftvolles und lebendiges Bild, welches sich mir am Samstag in Bregenz geboten hat! Auch ich war – wie viele andere auch – überwältigt von der hohen Teilnehmerzahl und dem breiten Widerstand gegen Konzernriesen wie Monsanto & Co.

Folgende Informationen zu Monsanto konnte ich in Erfahrung bringen:

Bei Monsanto handelt es sich um einen amerikanischen Konzernriesen, welcher Saatgut und Herbizide produziert und unter die Menschen bringt. Zu den bekanntesten Produkten zählen gentechnisch veränderter Mais und Breitbandherbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat. Letztere werden unter dem Namen „Roundup“ vertrieben. Monsanto hat dazu Mais, Soja, Baumwolle etc. so verändert, dass ihnen das Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ nichts mehr ausmacht. Inzwischen beklagen sich immer häufiger Farmer über besonders resistente Unkräuter auf den Feldern. Zudem kann Glyphosat bereits in geringen Mengen innerhalb 24 Stunden zum Zelltod führen. Glyphosat führt weiters zu Missbildungen und Fehlgeburten, zu Herzinfarkt und Alzheimer, zu Unfruchtbarkeit und Krebs – um nur einiges zu nennen. Es zerstört das Bodenleben, die Krankheitsabwehr von Pflanzen wird gestört, die für die Durchlüftung des Bodens unverzichtbaren Regenwürmer meiden mit Glyphosat belastete Böden. Auch das rapide Bienensterben ist zu einem hohen Maß auf den Einsatz von Glyphosat zurückzuführen (Informationsquelle: http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/glyphosat-auswirkungen).

In Europa ist der Widerstand gegen die Gentechnik sehr stark, Monsanto drängt aber mit aller Macht auf den europäischen Markt. Wird das Freihandelsabkommen in der geplanten Form tatsächlich abgeschlossen, würde dies Unternehmen wie Monsanto Tür und Tor öffnen für den Markt in Europa. Großen US-Konzernen stehen unsere hohen Lebensmittelstandards im Weg. Dank dem Freihandelsabkommen TTIP dürften diese US-Konzerne mit Hilfe privater Schiedsgerichte auch aufgrund in Zukunft ausfallender Profite Staaten verklagen.

Für mich würde so ein Abkommen einem Sieg der Wirtschaft über das Leben gleichkommen! Hauptsache der Rubel rollt in die Kassen dieser Wirtschaftsbarone, dass Menschen und Tiere krank werden und sterben, ist nebensächlich! Bei so viel Kurzsichtigkeit und Gier dreht sich mir der Magen um!

Deswegen ist es jetzt über alles wichtig, diesem Treiben nicht tatenlos zuzusehen. Wenn wir gegen mit Chlor desinfiziertes Hühnerfleisch, gentechnisch verändertes Saatgut, Fracking – um nur einiges zu nennen - sind, sollten wir uns dringend  mit allen friedlichen Möglichkeiten, die sich uns bieten, zur Wehr setzen!

Link zur Petition von Greenpeace:

Samstag, 17. Mai 2014

Fairphone und Hinweis auf interessante Termine

Oftmals ist es schwer, einen gescheiten Anfang und einen klugen Schluss für ein Posting zu finden. So beginne ich heute in Ermangelung besserer Ideen mal wieder recht schleppend: Ich berichte euch, was sich seit meinem letzten Posting vom 4. Mai 2014 getan hat.

Starten möchte ich mit dem Thema "Fairphone" und nehme Bezug auf meinen letzten Eintrag. Die Recherche im Internet und die Rückfragen in diversen Foren haben sich gelohnt. Wieder einmal danke ich den Benutzern des Fairphone-Freunde-Forums herzlich – sie haben mir zum wiederholten Male aus der Patsche geholfen! Diese wunderbaren Menschen teilten mir mit, dass sich der Telefonsensor, der dafür sorgt, dass der Bildschirm dunkel wird und die Tastensperre aktiviert wird, sich an der Stelle befindet, an der man das Telefon gegen das Ohr drückt … im Nachhinein betrachtet logisch! Mein Fehler war, dass ich das Telefon – aus Sorge, ich könnte versehentlich auf dem Display etwas anklicken- immer ein paar Millimeter vom Ohr weghielt, sodass mein wertes Ohr das Fairphone nicht berührte. Dadurch hab ich aber bewirkt, dass das Display laufend hell und aktiviert wurde und ich dann unbewusst „Telefon beenden“  antippte. Schwups, war das Telefonat unterbrochen, dumm gelaufen! Klüger geworden halte ich nun das Fairphone direkt ans Ohr und hab seither überhaupt keine Schwierigkeiten mehr! Das Problem mit dem versehentlichen Anrufen von Menschen aus dem Telefonbuch war dadurch in den Griff zu kriegen, indem ich jetzt immer gleich die Tastensperre aktiviere nach jedem Telefonat und auch einen Sicherheitscode eingegeben habe, um die Tastensperre aufzuheben (was ich jedem empfehlen würde  - man denke nur daran, dass man das Telefon irgendwo liegenlassen könnte und dann jedem Finder sämtliche persönliche Daten zugänglich wären, ohne Sperre). Jetzt macht mich mein Fairphone wieder glücklich (soweit Smartphones dazu in der Lage sind)! 

Wer übrigens auch gerne ein Fairphone haben und eines bestellen möchte, sollte sich am besten umgehend hier registrieren http://www.fairphone.com/buy-fairphone - der Vorverkauf für die zweite Fairphoneserie startet in den kommenden Tagen! Ein ehrliches, aktuelles Interview mit Bas Van Abel über Fairphone findet ihr hier! Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Entscheidungsfindung.

Themawechsel! 

Am 8. Mai 2014 fand in St. Arbogast wieder ein Treffen der „Plattform Vorarlberger Menschenrechte“ statt. Diverse Menschenrechtsorganisationen und engagierte Menschen haben sich hier eingefunden, um gemeinsam für den 10. Dezember 2014, dem Tag der Menschenrechte, eine Veranstaltung zu organisieren. Diese Veranstaltung soll dazu dienen, das Thema „Menschenrechte“ wieder mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Es soll zahlreichen Organisationen, die sich mit diesem Thema befassen, auch eine Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren. Auch einen Fachvortrag wird es geben. Allzuviel möchte ich noch nicht verraten … nur soviel: Haltet euch bitte diesen Abend des 10. Dezembers frei! Seid gespannt und lässt euch einfach inspirieren durch das, was ihr an diesem Tag zu sehen und zu hören bekommen wird! Mich begeistert es, wie diese – gerade erwähnte - Initiative wächst und wächst! Das Engagement aller Beteiligten ist berührend und genial zugleich! Hier haben unheimlich kluge Köpfe mit reichem Erfahrungsschatz zusammengefunden, die ihre Kräfte bündeln und gemeinsam einen wertschätzenden, inspirierenden und spannenden Abend gestalten werden! Lasst euch überraschen!

Als weiteres Datum, welches ihr im Kalender rot anstreichen solltet, möchte ich den 13. Juni 2014 erwähnen! An diesem Tag findet das 6. Forum KONSUMENTENSOLIDARITÄT JETZT statt. Dort erwarten euch zwei spannende Vorträge. Anton Walser von der Metzgerei Walser wird zum Thema „Biofleisch“ sprechen. Weiters wird uns Marion Reichart von Uni Sapon Wissenswertes zum Thema ökologische Reinigungsmittel vermitteln.

Außerdem soll es viel Raum und Zeit für Gespräche zwischen Produzenten und Konsumenten geben. Firmenmitglieder werden anwesend sein und uns ihre Arbeit näherbringen (Produkte, welche unseren Kriterien - fair, ökologisch, sozial - entsprechen, können auch erstanden werden). Für jedes der Konsumbereiche gibt es ein Gardenerteam, welches die Informationen aus einem bestimmten Konsumbereich sammelt, bündelt und weitergibt. Auch diese Gardener werden am 13. Juni 2014 anwesend sein und ihr Wissen weitergeben.

Wir alle können und dürfen voneinander lernen. Der eine weiß dieses, der andere jenes. Durch angeregte Gespräche wird dieses Wissen ausgetauscht und weitergegeben. Es ergeben sich immer wieder interessante, freudige, wertschätzende und nährende Begegnungen, dies kann ich aus eigener Erfahrung sagen! Vorbeischauen lohnt sich!!!

Und last but not least:

„Mit Wissen, Mut, Freude und Respekt zum Erfolg“ – diesen Slogan habe ich gestern aus einem energiegeladenen Vortrag von Jolly Kunjappu, welchen er im Wifi in Dornbirn im Rahmen einer Umsatzsteuertagung gehalten hat, mit nachhause genommen.

Meine Gedanken dazu: Wissen ist wichtig, um Zusammenhänge besser verstehen zu können. Mut braucht es auch immer wieder, um etwas zu bewegen und zu verändern, um neue Wege zu gehen und vom Denken ins Handeln zu kommen. Die Freude ist der Motivator schlechthin und lässt uns die Aufgaben viel leichter von der Hand gehen! Aber ohne Respekt bedeutet das alles nichts! Nur über den Respekt ist ein friedliches, achtsames Miteinander möglich. Wir alle brauchen einander so sehr, lasst uns zusammenhalten und gemeinsam neue Pfade beschreiten, um dieses Leben glücklich und im Einklang mit der Natur zu genießen und auch unseren Nachkommen eine Welt hinterlassen, in der sie gut und friedvoll leben können.  

Und damit verabschiede ich mich wieder - bis zum nächsten Mal! 

Sonntag, 4. Mai 2014

Elektronik - Alltagssorgen

Momentan plagen mich mehrere „Luxusprobleme“ und ich zerbreche mir den Kopf darüber. Zum einen nervt mich mein Fairphone. Ich finde die Idee von Fairphone nach wie vor super und unterstütze sie mit Begeisterung, aber ich habe Schwierigkeiten beim Gebrauch meines Smartphones. Nun ja, das kann jetzt vielleicht daran liegen, dass ich zu ungeschickt beim Bedienen eines Touchscreens bin oder es kann auch daran liegen, dass die Oberfläche des Fairphones zu sensibel ist und bereits auf einen Windhauch reagiert. Meine Bekannten wissen es inzwischen. Ich schaffe es immer wieder, Personen anzurufen, die ich gar nicht anrufen möchte, nur weil ich offenbar irgendwas berührt habe, was den Anruf auslöst. Oder aber, ich bin am Telefonieren und das Telefonat wird nach einer Minute unterbrochen und ich weiß nicht wieso.

Die ursprüngliche Idee von Smartphones und Handys war doch, dass sie zum Telefonieren da sind. Sie verkommen aber immer mehr zu winzigen Computern, mit denen man chattet und sich ins Internet einwählt und allen möglichen anderen Kram erledigt. Dass es ursprünglich eigentlich mal ums Telefonieren ging, scheint vergessen.

Ich ertappe mich dabei, wie ich stundenlang für Lösungen zu meinem Problem suche und damit unheimlich viel Zeit verplempere. Es wäre ein Einfaches, die SIM-Karte wieder in mein altes Nokia mit Tasten zu stecken, auf gewisse Funktionen zu verzichten und erleichtert aufzuatmen. Aber noch will ich nicht kapitulieren.

Ich glaube, diese Smartphones haben unser Leben heutzutage ganz schön im Griff. Diese ständige Erreichbarkeit, diese vielen Möglichkeiten, Kontakt herzustellen (Skype, WhatsApp, e-mail, Telefon, Facebook), führen zu Hektik und Stress. Wir verbringen oftmals mehr Zeit damit, Bedienungsanleitungen zu lesen, im Internet Dinge zu erforschen, die Funktionsweise von elektronischen Geräten zu verstehen, als damit, sie dann schlussendlich tatsächlich zu benutzen. Es ist ein Krampf!

Zusätzlich ging mir dieses Wochenende mein Staubsauger kaputt. Er brach regelrecht auseinander. Anfangs habe ich versucht, die Stellen zu kleben, doch irgendwann musste ich kapitulieren und das Ding wegschmeißen. Ersatzteile konnte ich keine mehr finden. So brachte ich das Teil zum Werkstoffhof, wo es mir gleich abgenommen und von jemandem ausgeschlachtet wurde. Es gibt noch Menschen, die mit kaputten Geräten etwas anfangen können und diverse Teile wiederverwerten.

Meine – ich gebe zu etwas halbherzigen – Versuche, auf die Schnelle einen gebrauchten Staubsauger aufzutreiben, scheiterten. In der Carla-Werkstätte in Altach, wo es Second-Hand-Geräte zu kaufen gibt, erklärte man mir, dass Staubsauger sehr gefragt sind und meistens sofort wiederverkauft werden. Ich könne jeden Tag anrufen und nachfragen, ob zufällig ein Gerät hereingekommen ist, Reservierungen seien leider nicht möglich. Ich hätte gerne aus dem Grund einen gebrauchten Staubsauger erstanden, damit nicht zusätzlich Ressourcen verschwendet werden müssen, um für mich ein neues Gerät zu produzieren. Und in der heutigen Zeit, in der viel zu viel Brauchbares und Nützliches weggeschmissen wird, sei es aus Bequemlichkeit, sei es aus dem Wunsch, immer wieder das Neueste zu haben, hätte ich es als ein sinnvolles Zeichen erachtet, einem Gerät ein zweites Leben einzuhauchen. Andererseits fühle ich mich auch wieder etwas schäbig, wenn ich eventuell einer Person, die sich das Geld für den Kauf eines Staubsaugers mühsam zusammensparen muss, den billigen Staubsauger vor der Nase wegschnappe.

Es hat immer alles mehrere Seiten und Facetten und es ist nicht immer einfach, herauszufinden, welche Entscheidung die beste für alle Beteiligten ist. Schweren Herzens entschied ich mich für den Kauf eines hochwertigen Neugeräts von Vorwerk, in der Hoffnung, dass dieser Staubsauger bis an mein Lebensende seinen Dienst tun wird. Aufgefallen ist mir, dass die Verpackung des Gerätes auf das Nötigste reduziert wurde. Weiters verbrauchen Vorwerk-Produkte anscheinend relativ wenig Energie (siehe www.topprodukte.at) Es werden recyclingfähige Kunststoffe und Farben verwendet. Das verwendete Material kann offenbar nahezu vollständig recycelt werden und es wird weitgehend auf den Einsatz von PVC verzichtet. All diese Dinge beruhigen mein schlechtes Gewissen nur mäßig.

Ich führe halt auch so eine Art Doppelleben. Einerseits bemühe ich mich, mich für die Umwelt stark zu machen und in gewissen Bereichen zu reduzieren, andererseits fällt es mir sehr schwer, auf Bequemlichkeiten zu verzichten. Die Frage, was andere Menschen wohl sagen und sich denken, wenn ich dies oder jenes tue, übt auch eine sehr starke und unangenehme Macht aus, die mich zu zweifelhaften Entscheidungen treibt.

Ich finde es wichtig, sich größere Neuanschaffungen gut zu überlegen und nicht unüberlegt und leichtsinnig Dinge zu kaufen, weil Mann/Frau es sich eh leisten kann. Stattdessen erscheint es mir wichtig, beim Kauf möglichst den Produktionszyklus, das Nutzverhalten und auch die Entsorgungsgeschichte vor Augen zu haben, um aufgrund dieser Überlegungen eine möglichst gute Entscheidung zu treffen. Mein Leben ist dadurch ganz schön kompliziert geworden. Aber eine bessere Idee ist mir bislang noch nicht eingefallen. Sollte ich einen Geistesblitz haben, werde ich ihn hier teilen. 

Sonntag, 20. April 2014

Unverpackt - ein Posting zum Thema "Verpackungen"

Schon vor längerem habe ich mir vorgenommen, den Verpackungsmüllberg in meinem Haushalt kleiner werden zu lassen. Vor allem dem Plastik würde ich gerne den Kampf ansagen!  Meine Fortschritte sind äußerst bescheiden. Einzig, im Gemüse und Obstbereich gelingt es mir, auf das Plastik weitestgehend zu verzichten, denn bei Obst und Gemüse hat man die Möglichkeit, dieses direkt vom Bauern oder von einem Markt zu beziehen. Oder man kauft es – so wie ich – bei Vögel Brigitte in Götzis. Auch dort gibt es das Gemüse und Obst offen, mit der Möglichkeit, selber die Menge in die mitgebrachte Tasche/Korb oder sonstigem Behältnis abzufüllen, die man braucht. Feine, hübsche, nachhaltige Obstsäcke gibt es übrigens bei www.beechange.com zu erstehen.

Beim Einkauf im Supermarkt ist das nahezu unmöglich. Wochenende für Wochenende stehe ich resignierend im Supermarkt und ärgere mich über nicht vorhandene Alternativen. Ich ärgere mich über in Plastik verpackte bemalte bunte Ostereier, über sämtliche Brotaufstriche, die es nur im Plastikgefäß zu kaufen gibt, darüber, dass ich Rahm nicht in einem Glas kaufen kann, welches ich beim nächsten Einkauf zurückbringen kann, über Nudeln die abgepackt sein müssen und vor allem auch über Schokokekse (die ich sehr liebe), welche es oftmals doppelt und dreifach eingepackt gibt. Da gibt es die Plastikhülle außen rum und die Kekse selber befinden sich dann auch noch in so einem Plastikbehälter, damit auch ja keiner zerbricht!

Hier gäbe es doch so enorm viel Potential!!! Es mag zwar lobenswert sein, wenn die Produkte teilweise in biologisch abbaubarem Plastik verpackt sind, aber viel besser wäre es doch, gar kein Plastik zu haben! Warum nicht wieder zurück zu Großmutter’s Zeiten? … Da war es selbstverständlich, dass die Kunden ihre Behältnisse selbst mitgebracht haben. Damals kamen die Lebensmittel auch meistens noch aus der Nähe und hatten keine langen Transportwege hinter sich, während heute die Produkte aus allen Teilen der Welt angekarrt werden und deswegen sicherlich auch entsprechend viel Verpackung brauchen.

In Wien hat heuer ein Geschäft eröffnet, bei dem  diese Idee des Verkaufs ohne Verpackung bereits verwirklicht wurde. Schaut mal rein unter http://www.mass-greisslerei.at. Hier können eigene Behältnisse mitgebracht werden, es ist sogar möglich, diese morgens im Geschäft zu hinterlegen und abends erst einzukaufen und die Produkte in den eigenen Behältern wieder mitzunehmen. Dies hat den Vorteil, dass man die Taschen und die Ware nicht den ganzen Tag mit sich herumschleppen muss. Die Behälter werden anfangs gewogen, anschließend kann nach Lust und Laune befüllt werden. Am Ende des Einkaufs wird wieder abgewogen und je nach Menge bezahlt. Auch für Singles ist das ein Traum, da viele Produkte, die es in den Supermärkten zu kaufen gibt, in viel zu großen Mengen abgepackt sind. Bei der Maß-Greißlerei kann dann einfach die Menge erstanden werden, die man auch verbrauchen kann und braucht. Dies reduziert das Wegschmeißen!

Das Sortiment erstreckt sich von Mehl- und Getreideprodukten zu Reis und Pastasorten, über leckere Schokoladesorten, zu Gewürzen, Teesorten und Gebäck. Selbst Reinigungsmittel von Uni Sapon aus dem Ländle gibt’s bei Lunzer’s Maßgreißlerei zum Abfüllen …  und wer möchte, kann sich noch Rezepttipps und Aufbewahrungstipps holen. Was für ein wunderbares Konzept! Ich wünsche mir, dass es möglichst bald Schule macht und es viele Nachahmer geben wird. Es wäre doch denkbar einfach, es muss nur jemand damit anfangen! 

Sonntag, 6. April 2014

Und immer wieder leben

Vergangenen Freitag Abend hatte ich das Vergnügen, einer wunderbaren Lesung beiwohnen zu dürfen, die Autor Alexander Jehle gemeinsam mit Michael Hartmann und dem Gitarristen Patrick Honeck im Kapuzinerkloster in Feldkirch gehalten hat. Alexander Jehle und Michael Hartmann haben abwechselnd Texte aus dem Buch von Alexander Jehle „Und immer wieder leben“ vorgelesen und wurden dabei musikalisch von Patrick Honeck begleitet. Die Veranstaltung wurde von der kleinen und feinen Feldkircher Buchhandlung „Die Quelle“ organisiert. Alexander Jehle ließ den Erlös des Abends (freiwillige Spenden) unserem Verein "Konsumentensolidarität Jetzt" zukommen, vielen herzlichen Dank dafür! 

Während der Lesung, war es so ruhig in dem Raum, dass man „eine-Stecknadel-fallen-lassen- hören“ hätte können. So gebannt lauschten die Besucher den feinfühligen, nachdenklich stimmenden Texten von Alexander. Seine Texte beschäftigen sich mit den geheimnisvollen Fragen unseres Daseins. Ich versuche, sie hier stichwortartig aufzuzählen: 

Sie kreisen:

- um die Suche nach dem Lebenssinn,
- um die Auseinandersetzung mit dem Vergänglichen,
- um die Hektik und Ruhelosigkeit der heutigen Zeit
- um die vielen Ablenkungen durch Medien, Smartphones, Internet,
- um die Auseinandersetzung mit dem Tod,
- um Menschenwürde und Mitmenschlichkeit,
- um das Annehmen von Gefühlen,
- um die Freude an den kleinen Dingen,
- um Zivilcourage, sowie das Hinschauen, anstatt dem Wegschauen,
- um das Miteinander anstatt dem Gegeneinander,
- um das Hamsterrad,
- um kritische Betrachtungen zu unserer heutigen Zivilgesellschaft,
- um die Macht der Konzerne,
- um die Liebe,
- um die Suche und das Finden von innerer Ruhe,
- um eine kritische Betrachtung des Lebens und der Zeit, in der wir leben,
- um das wunderbare Geheimnis des Lebens.

Mich – und ich denke auch die anderen Anwesenden - hat diese Stunde tief bewegt, da sprach mir jemand aus der Seele und aus dem Herzen mit einer solch klugen, einfühlsamen und treffsicheren Wortwahl, die sprachlich ganz feine Nuancen ausdrücken konnte und mich zu Tränen rührte. Es hat in mir wieder einmal den Drang geweckt, über das Leben an sich nachzudenken und mir folgende zwei Fragen zu stellen: 

1. Was bedeutet „Leben“?

2. Fühlen wir uns lebendig oder todmüde und erschöpft?

Ich denke, es ist normalerweise eine Mischung aus beidem. Aber wann fühlen wir uns lebendig?

Lebendig fühlen wir uns doch meistens dann, wenn etwas unser Herz berührt. Wenn wir ein schönes Gespräch mit Freunden haben, bei dem wir uns verstanden fühlen. Wenn uns jemand zulächelt oder wir jemandem zulächeln. Wenn wir einen schönen Sonnenuntergang betrachten können, wenn die blühenden Bäume im Frühling unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken, wir dem Gezwitscher der Vögel zuhören. Wenn Amors Pfeil uns getroffen hat oder wir wunderschöne Musik hören.

Lebendig fühlen wir uns oft durch das Schöne, die Dinge, die uns berühren. Und das sind oft nicht die großen Dinge, sondern meistens die Kleinen. Ein zärtliches Wort oder eine Berührung zum Beispiel. Lebendig können wir uns sogar in der Trauer fühlen, wenn der Schmerz uns überrennt und wir den Tränen ihren Lauf lassen.

Was macht uns dagegen todmüde und erschöpft? 

Meistens sind es die tausend Dinge, die es zu erledigen gibt. Die viele Arbeit und das Gefühl, dass sie niemals endet und es kein Licht am Ende des Tunnels gibt. Wobei man hier unterscheiden muss. Es gibt durchaus auch Arbeit, die beflügelt und erfreut, welche Sinn macht. Aber es gibt auch sinnentleerte Arbeit und den großen Termindruck. Das Gefühl, nicht mehr Luft holen zu können, weil man dazu keine Zeit mehr hat. Das Gefühl, aus lauter Eile nicht mehr auf die zwischenmenschlichen Dinge und Kleinigkeiten achten zu können. Abends liegt man dann todmüde im Bett und kann mitunter trotzdem nicht schlafen, weil sich im Kopf die Gedanken wie wild im Kreis drehen und man nicht weiß, wie man das alles gebacken bekommen soll. 

Was ist mit all den Ablenkungen wie Nachrichten, Werbung, Smartphone, Internet, Medien im Allgemeinen? Immer Bescheid wissen müssen, was alles abgeht, um eben auch mitreden zu können und informiert zu sein und um den Kauf des neuesten Schnäppchens nicht zu versäumen? Ist das nicht Ablenkung, um uns nicht gar Langeweile aussetzen zu müssen? Sind nicht gerade Langeweile und Muße der Nährboden für Kreativität und neue Ideen? 

Verhindern all diese Ablenkungen nicht auch, dass wir verlernen, genau hinzusehen, was im Leben um uns herum passiert? Um Menschen anzuschauen und herauszufinden, wie es ihnen geht? Um darauf zu achten, was uns umgibt?

Viele Fragen und oftmals keine Antworten. Das Leben ist und bleibt ein geheimnisvolles, zerbrechliches und kostbares Rätsel.

Ich wünsche euch für diesen Sonntag Zeit für Muße und viel Lebendigkeit! Schaut aufeinander, geht kritisch, aber mit einem liebevollen Blick durch die Welt. Gebt aufeinander Acht!

Mit lieben Grüßen,

Silke